Häufig gestellte Fragen und Antworten darauf aus der Newsgroup de.rec.tiere.katzen



drtk-FAQ v1.0.27

6. Juni 2007



Mit nachstehendem Posting <last-drtk-FAQ-info_1181080862@odo.in-berlin.de> in de.rec.tiere.katzen hatte das verbliebene drtk-FAQ-TEAM die Einstellung der Pflege dieser FAQ bekanntgegeben:

Liebe Regulars, liebe Lurker -

Am 1. Mai 2002 hatte das drtk-FAQ-Team zum ersten Mal seine in den Monaten zuvor erstellte "de.rec.tiere.katzen FAQ - Haeufig gestellte Fragen" gepostet.

Das Team hatte es sich damals zur Aufgabe gemacht, diese FAQ auch weiterhin zu pflegen und den jeweiligen Gegebenheiten der Newsgroup de.rec.tiere.katzen anzupassen. Darüberhinaus waren wir zutiefst davon überzeugt, daß eine aktive Pflege einer FAQ nur durch eine aktive Teilnahme an der Newsgroup zu gewährleisten sei.

Gerade diese aktive Teilnahme findet nun seit geraumer Zeit nicht mehr statt. Die überwiegende Mehrheit der Team-Mitglieder nimmt nicht einmal mehr lesend an drtk teil. Selbst die interne Mailingliste des Teams wird nur noch von wenigen Aktiven gelesen.

Deshalb hat das noch verbliebene Team den Entschluß gefaßt, die aktive Pflege der "de.rec.tiere.katzen FAQ - Haeufig gestellte Fragen" einzustellen. Diese Entscheidung führt damit auch in unmittelbarer Konsequenz zur Beendigung von monatlichen Postings in de.rec.tiere.katzen, de.answers und news.answers.

Eine auf den aktuellen Stand eingefrorene und mit diesem Text versehene Version der FAQ wird auch zukünftig unter http://www.odo.in-berlin.de/drtk-faq/ vorgehalten und die Domain "drtk-faq.de" in Kürze gekündigt werden. Desweiteren werden wir aus dieser Version unsere Kontaktadresse entfernen, da auch die damit verknüpfte Mailingliste geschlossen werden wird.

6. Juni 2007

Das verbliebene drtk-FAQ-Team



Inhaltsverzeichnis


  1. WILLKOMMEN IN DRTK

    1. Was ist drtk?
    2. Wozu diese FAQ?
    3. Tipps für Einsteiger
    4. Der Umgang miteinander
    5. TOFU, Kammquoting und andere Newsreader-Probleme
    6. Wie finde ich alte Artikel?
    7. Dramatische Nachrichten, soll ich die posten?
    8. Was ist ein Troll?
    9. Gibt es einen Chat der drtk-Leser?

  2. ALLGEMEINES

    1. Was sind Dosis?
    2. Ich möchte eine Katze, was soll ich tun?
    3. Wie komme ich an eine Katze?

      1. Tierheim/Tierschutz-/Katzenschutzverein
      2. Züchter
      3. Fundtiere
      4. Tierärzte

    4. Was brauche ich alles, um eine Katze aufnehmen zu können?

      1. Katzenklo
      2. Kratzbaum
      3. Futter
      4. Spielzeug

    5. Was kostet mich die Katzenhaltung?

      1. Grundausstattung
      2. Laufende Kosten
      3. Tierarzt
      4. Gibt es eine Krankenkasse für Katzen?

    6. Katze entlaufen - was tun?
    7. Welche Katze ist für mich geeignet?

      1. Rassekatze oder Mischling?
      2. Jungtier oder erwachsene Katze?
      3. Wie alt muss die Katze mindestens sein?

    8. Wohin mit der Katze im Urlaub?
    9. Verhindern Glöckchen die Vogeljagd?

  3. ERNÄHRUNG

    1. Welche Futter gibt es?
    2. Warum sind Premiumfutter so teuer?
    3. Trocken- oder Nassfutter?
    4. Was sollte auf keinen Fall gefüttert werden?
    5. Leckerchen für die Katze
    6. Katzenfutter selbst gekocht
    7. Ist vegetarische Ernährung sinnvoll?
    8. Kann ich meiner Katze normale Lebensmittel geben?
    9. Welches ist das Idealgewicht?
    10. Sie muss abnehmen! Wie stell ich das an?
    11. Was soll sie trinken?

  4. GESUNDHEIT

    1. Was kann ich tun, damit meine Katze gesund bleibt?
    2. Welche typischen bzw. häufigen Katzenkrankheiten gibt es?

      1. Katzenseuche (Feline Parvovirose, Panleukopenie)
      2. Katzenschnupfen
      3. Feline Leukämie ("Leukose")
      4. Tollwut
      5. FIP (Feline infektiöse Peritonitis)
      6. FIV ("Katzen-Aids")
      7. Niereninsuffizienz
      8. Diabetes mellitus
      9. Toxoplasmose

    3. Wogegen kann und soll geimpft werden?
    4. Was sind typische Krankheitssymptome? Worauf deuten sie hin?

      1. Erbrechen
      2. Durchfall
      3. Verstopfung
      4. Schmerzen beim Wasserlassen
      5. Blut im Urin
      6. Harnverhalten
      7. Sehr häufiges Wasserlassen
      8. Schlittenfahren
      9. Appetitlosigkeit
      10. Starker Durst
      11. Mundgeruch
      12. Niesen, Schnupfen
      13. Husten
      14. Verklebte Augen
      15. Häufiges, heftiges Kratzen
      16. Belag in den Ohren
      17. Humpeln, Hinken, Schmerzen beim Bewegen
      18. Knoten
      19. Plötzliche starke Gewichtsabnahme
      20. Plötzliche starke Gewichtszunahme
      21. Krämpfe
      22. Fieber

    5. Was tun gegen Parasiten?

      1. Flöhe
      2. Zecken
      3. Milben
      4. Darmparasiten (Würmer)

    6. Meine Katze wird alt. Was bedeutet das eigentlich?

      1. Was sind typische Altersbeschwerden?
      2. Was ist mit dem Narkoserisiko?

    7. Meine Katze ist allergisch

      1. Futtermittelallergien
      2. Kontaktallergien
      3. Atemwegsallergien

    8. Meine Katze braucht Medikamente. Wie verabreichen?
    9. Kann ich meine Katze gefahrlos selbst behandeln?

      1. Medikamente der Humanmedizin
      2. Alternative Medizin

    10. Wie finde ich einen guten Tierarzt/eine geeignete Tierklinik?
    11. Was kostet eine Behandlung?
    12. Wie finde ich einen guten Tierheilpraktiker?
    13. Wenn gar nichts mehr hilft ...

      1. Der Tod eines Tieres
      2. Meine Katze muss eingeschläfert werden? Wie geht das vor sich?
      3. Darf ich meine Katze im Garten begraben?
      4. Wo finde ich die Geschichte von der Regenbogenbrücke?

  5. FORTPFLANZUNG

    1. Sterilisieren oder Kastrieren?
    2. Wann ist der richtige Zeitpunkt für die Kastration?

      1. Besonderheiten bei Kätzin und Kater

    3. Was spricht für eine Kastration?
    4. Woran erkennt man die Geschlechtsreife?
    5. Wie kann ich uns auf die Geburt und die Zeit danach vorbereiten?

      1. Unsere Katze ist trächtig. Wie sorgen wir für sie?
      2. Geburt
      3. Aufzucht

    6. Mutterloses Junges - was nun?
    7. Bekommen kastrierte Kater dickere Köpfe?
    8. Meine Katze ist trotz Kastration rollig
    9. Kann ich nicht die Pille geben?

  6. VERHALTEN

    1. Meine Katze pinkelt nicht ins Klo, was soll ich tun?
    2. Die Katze ist aggressiv
    3. Meine Katze kratzt an Tapeten
    4. Katzensprache

      1. Verständigung zwischen Katzen
      2. Verständigung zwischen Katze und Mensch

    5. Verbote und Erziehung

      1. Verbote
      2. Erzieherische Maßnahmen

    6. Neue Mitbewohner

      1. Wenn eine andere Katze/ein anderes Tier einzieht
      2. Wenn es menschlichen Nachwuchs gibt

    7. Spielen
    8. Seltsame Klo-Gewohnheiten
    9. Treteln mit den Vorderpfoten
    10. Kratzen an der Schlafzimmertür
    11. Sie bringt sich ständig in Gefahr
    12. Scharren vor dem Futternapf
    13. Beißen beim Kraulen

  7. SONSTIGES

    1. Bonsaikitten
    2. Hüpfender Braten
    3. Welcher Rasse gehört die Whiskas-Katze an?
    4. Gibt es Schildpatt-Kater?
    5. Was ist eine EBM?

  8. LITERATUR

    1. Sachliteratur

      1. Allgemeine Ratgeber, Erziehung und Pflege
      2. Gesundheit und Ernährung
      3. Verhalten und Psychologie

    2. Belletristik
    3. Bildbände

  9. GLOSSAR


Copyright

Copyright (c) 2002-2007 by drtk-faq-team

Das Kopieren und Weiterverbreiten dieses Dokuments ist ausdrücklich erlaubt und erwünscht. Die Nutzung zur Erstellung eigener Dokumente ist erlaubt, wenn das Original, seine Webadresse http://www.odo.in-berlin.de/drtk-faq/ und seine Autoren als Quelle genannt werden. Eine Weitergabe gegen Entgelt ist ausdrücklich untersagt.

Die Autoren übernehmen keinerlei Haftung für die Richtigkeit der Informationen.



History

10.01.2002 v0.1 Erster Entwurf
01.05.2002 v1.0 Erste veröffentlichte Version
05.06.2002 v1.0.1 Kleine Korrekturen
06.08.2002 v1.0.2 Erste komplette Version, 4.4.20, 4.4.21 und 6.4 ergänzt
28.10.2002 v1.0.3 1.10 und 7.5 ergänzt
10.12.2002 v1.0.4 Diverse kleine Rechtschreibkorrekturen
06.01.2003 v1.0.5 3.11 und 4.4.6 um URL ergänzt 5.2, 5.2.1, 5.2.2 und 5.2.3 geändert
06.02.2003 v1.0.6 4.11 URL geändert
02.07.2003 v1.0.7 2.7.3 und Link auf PDF-Version hinzugefügt, sowie zwei Literaturangaben in 8.1.2 aktualisiert (Horzinek/Schmidt/Lutz und Kraft/Dürr/Hartmann)
17.07.2003 v1.0.8 3.3 geändert
04.11.2003 v1.0.9 1.9 um den Berliner Katzenstammtisch ergänzt, 1.10 an den Umzug ins euIRC angepasst. Tippfehler und URL auf die Giftdatenbank in 4.1 aktualisiert
08.01.2004 v1.0.10 1.1 und 1.6 geändert
10.02.2004 v1.0.11 Überprüfung und Korrektur von Web-Links
28.04.2004 v1.0.12 4.5.4 überarbeitet und Adresse der Webseite in 7.5 korrigiert
28.06.2004 v1.0.13 4.7.1 aktualisiert
01.08.2004 v1.0.14 5.2 grundlegend überarbeitet
21.10.2004 v1.0.15 5.3 um Warnung vor FIV ergänzt, 6.13 Tippfehler entfernt und 4.3 Link aktualisiert
04.01.2005 v1.0.16 4.3 Link aktualisiert
06.02.2005 v1.0.17 4.13.4 Autor der "Regenbogenbrücke" hinzugefügt und 6.12 Tippfehler korrigiert
10.03.2005 v1.0.18 Änderung der Bestimmungen zum Kopieren der FAQ
15.08.2005 v1.0.19 1.2 Abschnitt überarbeitet, 1.9 Treffen Dortmund und Berlin aktualisiert, 1.10 Tippfehler korrigiert, 2.3.3 Tippfehler korrigiert, 2.6 Link aktualisiert, 4.2.9 Link aktualisiert, 4.4.22 Abschnitt "Fieber" eingefügt, 4.6.2 Link aktualisiert, 7.1 Verweis auf kostenpflichtigen Artikel, und veralteten Link entfernt
02.10.2005 v1.0.20 1.2 Abschnitt überarbeitet, 8.1.3 Leyhausen, neue Auflage
09.02.2006 v1.0.21 4.3 Link aktualisiert
30.03.2006 v1.0.22 2.9 hinzugefügt
03.08.2006 v1.0.23 1.1 Charta vervollständigt
01.09.2006 v1.0.24 4.5.4 Abschnitt "Darmparasiten" erweitert
25.10.2006 v1.0.25 4.3 Grundlegende Überarbeitung mehrerer Abschnitte
11.05.2007 v1.0.26 Abschnitt 1.9 "Gibt es regelmäßige Treffen der drtk-Leser?" mangels solcher Treffen entfernt und Abschnitt 1.10 in 1.9 umbenannt
06.06.2007 v1.0.27 Text über Einstellung der Pflege dieser FAQ


Veröffentlichung

Diese FAQ wurde bis zum 6. Juni 2007 automatisch an jedem 6. eines Monats in die Gruppen de.rec.tiere.katzen, de.answers und news.answers gepostet. Eine HTML-Version der letztmalig geposteten FAQ ist im WWW unter http://www.odo.in-berlin.de/drtk-faq/ und eine PDF-Version unter http://www.odo.in-berlin.de/drtk-faq/drtk-faq.pdf zu finden.



Die Autoren

An der Erstellung dieser FAQ haben mitgewirkt (in alphabetischer Reihenfolge):

Unser Dank gilt den vielen Ungenannten, die ihre hilfreichen Beiträge in drtk veröffentlicht haben.


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1 WILLKOMMEN IN DRTK


1.1 Was ist drtk?

de.rec.tiere.katzen ist eine Gruppe in der deutschsprachigen Hierarchie des Usenet. Sie wurde nach einer öffentlichen Abstimmung im Dezember 1995 eingerichtet. Die damals beschlossene Charta lautet wie folgt:

Themen der Gruppe: Alles, was mit Katzen zu tun hat, besonders Haltung und Pflege der Hauskatze. Jedoch sind auch Diskussionen über die wilden nahen Verwandten der Hauskatze gestattet. Werbung ist in dieser Gruppe nicht erwünscht.

In der Gruppe und in dieser FAQ wird der Name üblicherweise mit drtk abgekürzt.

Das Usenet ist themenorientiert - wenn sich im Laufe einer Diskussion das Thema auf Gebiete verlegt, die nichts mit Katzen zu tun haben (und man beispielsweise nur noch über Zubereitungsarten von Kartoffelsalat spricht), sollte man die Diskussion in die Gruppe verlegen, die dieses zum Thema hat (z.B. de.rec.mampf) oder per Mail weiterführen.


1.2 Wozu diese FAQ?

Diese FAQ beinhaltet Antworten (oder Verweise auf die Antworten, soweit sie hier den Rahmen sprengen würden) auf die in der Newsgroup drtk am häufigsten gestellten Fragen.

Insbesondere soll sie eine Hilfe für Neueinsteiger darstellen.

Anfang 2002 hatte sich ein Team von Regulars zusammengefunden, um eine am aktuellen Geschehen der Newsgruppe orientierte FAQ zu erstellen. Diese erschien erstmals am 01.05.2002 unter dem Namen "de.rec.tiere.katzen FAQ - Haeufig gestellte Fragen".


1.3 Tipps für Einsteiger

Es gibt zwei weitere Newsgroups, die viele Hilfestellungen für Neueinsteiger liefern. In der Gruppe de.newusers.infos (dni) werden regelmäßig einige Texte veröffentlicht, die die wichtigsten Informationen zum Umgang mit dem Medium Usenet liefern. Fragen zu diesen Informationen werden in de.newusers.questions (dnq) diskutiert. Eine andere Informationsquelle ist die Webseite http://www.hotze.net/usenet.htm

Viel Wert wird (nicht nur) in drtk auf die Benutzung von Realnamen gelegt. Da es eine echte Anonymität im Netz sowieso nicht gibt, existiert meistens nur ein Grund, um ein Pseudonym zu benutzen: Man möchte sich dahinter verstecken und mehr oder weniger für Ärger sorgen. Aus diesem Grunde haben viele Leser ihren Newsreader so eingestellt, dass Artikel, deren Autoren auf einen Realnamen verzichten, nicht angezeigt werden. Unter http://www.wschmidhuber.de/realname/index.html wurden einige Argumente zu diesem Thema gesammelt.

Wer möchte, dass seine Beiträge gelesen und beantwortet werden, der sollte eine Zeit lang die Gruppe verfolgen und sich selbst ein Bild davon machen, wie die Umgangsformen sind.

Die Kenntnis der Tipps und Hinweise aus den Gruppen dni und dnq sowie deren Anwendung wird in drtk, wie in allen Newsgroups der de.* Hierarchie, vorausgesetzt. Dies soll keinen Zwang formulieren, sondern der besseren Verständigung untereinander dienen.

Also: Bitte erst informieren, dann posten.


1.4 Der Umgang miteinander

Auch, wenn man die anderen Teilnehmer nicht sieht, sollte man nie vergessen, dass man sich mit Menschen und nicht mit Maschinen unterhält. Aus diesem Grunde sollte man sich in der Gruppe nicht anders als im realen Leben benehmen. Ein paar Hinweise zu den eigentlich selbstverständlichen Umgangsformen enthält die so genannte Netiquette, die unter http://www.kirchwitz.de/~amk/dni/netiquette nachgelesen werden kann.


1.5 TOFU, Kammquoting und andere Newsreader-Probleme

Ein häufiger Anfängerfehler ist das falsche Zitieren von Beiträgen, zu denen man Stellung nimmt. Typisch ist TOFU ("Text oben, Fullquote unten"), bei dem der Text des vorhergehenden Artikels noch einmal vollständig an den eigenen gehängt wird. Eine Anleitung, in der sehr gut beschrieben wird, wie man im Usenet zitiert, ist unter http://quoting.is-easy.de zu finden.

Ein anderes Problem ist, dass das von vielen benutzte Programm Outlook Express (OE) einige Fehler hat, die es den Lesern deutlich erschweren, die damit verfassten Artikel zu lesen. Ein Beispiel dafür ist das Kammquoting. OE bricht zitierte Zeilen falsch um, so dass man hinterher nicht mehr erkennen kann, von wem ein Zitat stammt. Dieser und viele andere Fehler von OE werden in der OE-FAQ beschrieben, die sich unter http://oe-faq.de/ nachlesen lässt. Zu Fragen rund um OE gibt es eine eigene Newsgroup: de.comm.software.outlook-express.


1.6 Wie finde ich alte Artikel?

Die meisten Newsserver haben nur eine begrenzte Haltezeit für Artikel. Liest man sie nicht in dem vorgegebenen Zeitraum, der von Server zu Server unterschiedlich ist, bekommt man ältere Artikel nicht mehr zu sehen. Es gibt jedoch eine bequeme Möglichkeit, um auch nach Themen zu recherchieren, die bereits vor Jahren diskutiert wurden: Die Suchmaschine Google verfügt über ein riesiges Archiv, in dem man zu den meisten Stichworten eine Antwort findet. Es ist meistens sehr sinnvoll, vor dem Schreiben einer Anfrage bei Google nachzusehen, ob die Frage nicht schon längst beantwortet wurde. Die Suchmaschine ist unter http://groups.google.de/advanced_group_search zu finden.

Dank Google lassen sich auch einzelne Beiträge wiederfinden. Jeder Beitrag, der im Usenet veröffentlicht wird, erhält eine eindeutige MID ("Message-ID", beispielsweise <mini-FIP-FAQ_1074466804@odo.in-berlin.de>). Wenn man die MID in das entsprechende "Beitrags-ID" Feld des Suchformulars von Google einträgt, bekommt man gewöhnlich den zugehörigen Artikel angezeigt.

Der Vollständigkeit halber sei gesagt, dass die Datenbank von Google wie alles im Leben nicht vollständig ist. Es kann also sein, dass man auch dort manche Artikel nicht findet. Aufgrund der Größe der Datenbank ist die Chance, das Gesuchte dort zu finden, aber sehr groß.


1.7 Dramatische Nachrichten, soll ich die posten?

Seit einiger Zeit kursieren allerlei Mails, die auf Tierquälereien aufmerksam machen wollen und in denen darum gebeten wird, ein größeres Publikum darüber zu informieren. Bevor man eine solche Warnung in drtk veröffentlicht, sollte man kurz bei Google nachsehen, ob das Thema dort schon diskutiert wurde. In vielen Fällen handelt es sich um Fakes, also Täuschungen. Typische Beispiele sind die "Bonsaikitten" und der "hüpfende Braten" (siehe 7.1 und 7.2). Gute Informationen über solche als "Hoax" bezeichneten Falschmeldungen findet man auf der Webseite http://www.tu-berlin.de/www/software/hoax.shtml.


1.8 Was ist ein Troll?

Als Trolle werden Menschen (bzw. deren Beiträge) bezeichnet, die eine Newsgroup nur aufsuchen, um dort Streit zu säen. Häufig nennen sie ihren wahren Namen nicht und veröffentlichen ein Posting zu einem Thema, welches mit Sicherheit heftige Gegenreaktionen hervorruft. Trolle "verhungern", wenn man sie nicht füttert. Mit anderen Worten: Es ist sinnvoll, auf ihre offensichtlichen Provokationen nicht zu reagieren.


1.9 Gibt es einen Chat der drtk-Leser?

Im Internet gibt es die Möglichkeit, miteinander zu chatten. Einige Katzenfreunde, auch aus drtk, treffen sich im EUIRC-Netzwerk, Channel #katzen und sind dort mehr oder weniger regelmäßig (oft erst abends) anzutreffen. Meist findet man jemanden, mit dem man in Echtzeit ein Problem diskutieren oder einfach ein bisschen plaudern kann. Früher gab es auch einen entsprechenden Kanal im IRCnet, dieser wurde allerdings wegen der Politik der dortigen Operatoren aufgegeben.

Chatten kann man unter Verwendung eines IRC-Clients, z.B. mit dem frei verfügbaren Chatzilla (enthalten im Mozilla) oder Xchat. Es gibt auch lizenzpflichtige Clients, z.B. unter Windows den mIRC. Bei Fragen zum IRC gibt es im Web diverse IRC-Hilfeseiten, z.B. irc.fu-berlin.de oder Ralf Stelters Einstiegshilfe unter www.d-core.de/info/irc.html.

Für die Einstellungen gilt:

Seid nicht überrascht, wenn ihr erst mal ausgefragt werdet. So ganz anonym geht es in #katzen nicht zu. Wir wissen immer gern, mit wem wir da plaudern.


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2 ALLGEMEINES


2.1 Was sind Dosis?

Im Roman "Felidae" von Akif Pirinçci bezeichnet der alte Kater Blaubart die Menschen etwas abfällig als "Dosenöffner". Dosi ist die etwas freundlichere Kurzform davon.


2.2 Ich möchte eine Katze, was soll ich tun?

Bevor man sich für die Haltung einer Katze entscheidet, sollte man kritisch überprüfen, ob man dem Tier ein gutes Zuhause geben kann. Neben den anfallenden Kosten gehört dazu auch eine Portion Toleranz. Wer es nicht verkraften kann, wenn die Katze mal eine Tapete ankratzt, auf den Teppich kotzt oder eine Vase umwirft, der wird wahrscheinlich nicht viel Spaß an ihr haben. Auf keinen Fall sollte man sich spontan entscheiden oder das Tier gar verschenken, ohne die Lebensumstände vorher genau geprüft zu haben. Hierzu gehört auch die Berücksichtigung der Tatsache, dass Katzen deutlich über 20 Jahre alt werden können.


2.3 Wie komme ich an eine Katze?

Durch die Sorglosigkeit bzw. Gleichgültigkeit mancher Menschen (Stichwort Kastration) gibt es sehr viele Katzen. Zu viele Katzen, um jeder von ihnen ein gutes Zuhause geben zu können. Es ist also kein Problem, eine zu bekommen. Dafür gibt es verschiedene Möglichkeiten, auf die im Folgenden und unter 2.7 etwas näher eingegangen wird.


2.3.1 Tierheim/Tierschutz-/Katzenschutzverein

Eine der tierfreundlichsten Möglichkeiten, an eine Katze zu kommen, besteht darin, das nächste Tierheim oder eine Katzenhilfe-Organisation aufzusuchen und sich dort von einem Stubentiger adoptieren zu lassen. Die Kosten dafür können sehr variieren. In einem kleinen, ländlichen Tierheim mag man vielleicht um eine Schutzgebühr in Höhe von 30 EUR pro Katze bitten, in einer großen Stadt kann sich die Schutzgebühr auch auf 100 EUR belaufen. Dafür erhält man ein geimpftes und - je nach Alter - auch bereits kastriertes Tier.


2.3.2 Züchter

Wer lieber ein Tier einer besonderen Rasse haben möchte, sollte sich zuerst über die in seiner Nähe wohnenden Züchter informieren (siehe auch 2.7.1). Dazu kann man den zuständigen Zuchtverein befragen, einen Blick in die Zeitung werfen oder auch Fachmagazine studieren (z.B. "Katzen"), wie es sie in jedem Supermarkt gibt.

Zum Preis können hier keine näheren Angaben gemacht werden. Es kommt auf die Rasse an und auf den Züchter selbst.


2.3.3 Fundtiere

Manchmal kommt man zur Katze wie die berühmte "Jungfrau zum Kinde". Da sitzt mit einem Mal ein hilfsbedürftiges Katzenkind vor der Tür und begehrt Einlass, oder man entschließt sich, den Streuner aufzunehmen, der einem aufgefallen ist.

Die rechtliche Seite sieht so aus, dass auch Tiere "Fundsachen" sind, d.h. man muss sie bei der Polizei und/oder beim örtlichen Tierheim als gefunden melden. Damit wird ganz normal die sechsmonatige Fundfrist in Gang gesetzt, nach deren Ablauf einem das Fundtier erst "richtig" gehört.

Es könnte durchaus sein, dass das zugelaufene Tier irgendwo sehr schmerzlich vermisst wird. Dann gibt man dem eigentlichen Eigentümer mit der Anzeige beim Tierheim die Möglichkeit, sein vermisstes Familienmitglied wiederzufinden.

Meldet sich der rechtmäßige Eigentümer innerhalb der Fundfrist, darf man für das Tier angefallene Kosten (Futter, Streu, eventuell TA) geltend machen und Erstattung fordern.


2.3.4 Tierärzte

Auch über einen TA kann man zu seinem neuen Lebensgenossen kommen. TÄ wissen meist, welcher ihrer Kunden gerade Katzennachwuchs abzugeben hat. Im Warteraum der Praxis hängen oft auch entsprechende Zettel aus. Einfach mal fragen.


2.4 Was brauche ich alles, um eine Katze aufnehmen zu können?

Gar nicht viel. Wenn es dringend ist und schnell gehen muss (weil z.B. das frierende Katzenkind sofort ins Haus muss), tut es eine Plastikschüssel, etwa 5 cm hoch gefüllt mit Sand oder Erde, als Klo und ein Kompottschälchen als Wasserschale. Das Futter kann auf einer Untertasse gereicht werden. Als Liegeplatz wird sich sicher ein Sofa oder bequemer Sessel finden lassen.


2.4.1 Katzenklo

Zieht die Katze richtig ein, sollte vom sandgefüllten Klo-Provisorium umgestiegen werden auf die Profiversion - ein richtiges Katzenklo.

Es gibt verschiedene Versionen: Mit Deckel oder ohne, mit Geruchsfilter oder Einstiegsklappe. Durchsichtig, in dezenten Farben oder ganz futuristisch und poppig. Grundsätzlich ist der Katze egal, wie ihr Klo aussieht. Hauptsache, sie passt hinein.

Manchmal allerdings bestehen Vorlieben, Deckel oder Einstiegsklappe betreffend. Manche Tiere bevorzugen eine Toilette ohne Deckel, andere hassen die Klappe. Bei heiklen Tieren kann es beim Ignorieren solcher Abneigungen sogar zur Verweigerung der Klobenutzung kommen, und sie werden unsauber (siehe auch 6.1 und 6.8). In den meisten Fällen gibt es aber keine Probleme, und jedes Klo wird genutzt. Man sollte allerdings ein wenig auf die Größe achten, die Katze sollte schon bequem hineinpassen. Es kommt sonst auch leicht zu "Unfällen", wenn das Hinterteil des Tieres hinausragt. Gegen das Hinausscharren der Streu gibt es extra aufsetzbare "Ränder" oder Katzentoiletten mit besonders hohen Wänden.


2.4.2 Kratzbaum

Katzen sind Raubtiere und entsprechend mit Waffen ausgerüstet. Neben ihren Zähnen sind das die Krallen. Die Krallen wachsen ständig nach, vom Aufbau her ähneln sie Zwiebeln, mit vielen Schichten. Die oberste Schicht wird regelmäßig abgestoßen, so bleiben die Krallen scharf.

An den Hinterpfoten wird die Krallenpflege durch die Katze mit den Zähnen betrieben, die oberste Schicht wird abgeknabbert. Für die Vorderpfoten benötigt die Katze eine Fläche zum Kratzen - dadurch wird die inzwischen stumpfe Schicht "abgezogen". Wenn die Katze also am Sofa oder an den Tapeten kratzt, ist das keine Böswilligkeit, sondern absolut notwendige (!) Körperpflege.

Will man seine Einrichtung schonen, kommt man um die Anschaffung eines Kratzbaumes (oder auch Kratzbrettes) nicht herum. Im Handel gibt es zahlreiche verschiedene Modelle, in allen nur denkbaren Farben, Formen, Größen und Preislagen. Wofür man sich entscheidet, bleibt dem eigenen Geschmack überlassen. Jedoch sollte man unbedingt auf Stabilität und Sicherheit des Katzenmöbels achten!

Eine Katze kann durch einen umfallenden, schweren Kratzbaum nicht nur dauerhaft von der Benutzung abgeschreckt werden, sondern sogar getötet! Wegen billiger Verarbeitung herausragende Nägel oder Klammern können das Tier böse verletzen. Also lieber ein bisschen mehr ausgeben und auf solide Verarbeitung achten. Und, ganz wichtig, auf absolut sichere Verankerung des Kratzbaumes an Wand und Zimmerdecke achten!

Möchte man seinem Tier etwas Besonderes bieten und hat ein klein wenig Talent, kann man natürlich auch selbst etwas bauen. Mit Kanthölzern, Brettern, Teppichresten oder Sisalseil kann man seiner Fantasie freien Lauf lassen. Obige Sicherheitshinweise gelten aber selbstverständlich auch hier!


2.4.3 Futter

Alle Fragen zum Thema "Futter" werden detailliert im Abschnitt 3, "Ernährung", behandelt. Hier lediglich der allgemeine Hinweis, dass nur spezielles Katzenfutter gegeben werden darf. Hundefutter zum Beispiel ist nicht gegeignet. Hunde und Katzen haben ganz verschiedene körperliche Bedürfnisse.


2.4.4 Spielzeug

Katzenspielzeug gibt es wie Sand am Meer. Dafür gibt es keine direkten Empfehlungen. Einige Katzen können sich stundenlang mit einem Wollknäuel beschäftigen, andere wiederum polieren sich bei dem Anblick gelangweilt die Krallen. Alle Teile, egal ob im Haushalt vorhanden oder zugekauft, sollten allerdings unverschluckbar sein.

An käuflichem Spielzeug kommen meist mit Katzenminze ("Catnip") gefüllte Bällchen und Spielmäuse am besten an. Auch so genannte "Katzenangeln" werden oft heiß geliebt, das sind biegsame Kunststoffstäbe, an deren Ende eine Plüschmaus hängt. Nicht zu vergessen die Laserpointer, mit denen man zur Jagd auf einen kleinen, durchs Zimmer flitzenden Lichtpunkt animieren kann.

ABER: So leicht man seinem Tier damit eine Freude machen kann - manche dieser harmlos wirkenden Spielzeuge können eine Katze schwer verletzen und sogar töten! Bei den kleinen Spielmäusen sollte man unbedingt Augen und Nase entfernen! Diese Teile werden oft mit einem scharfkantigen, spitzen Plastiksockel in das Spielzeug appliziert. Verschluckt die Katze diese Teile, können schwere Verletzungen der Verdauungswege die Folge sein!

Sehr beliebt sind Spielmäuse aus echtem Fell. Allerdings ist die "Gewinnung", Herkunft und Herstellung der dafür verwendeten Felle zweifelhaft. Meist kommen sie aus Asien; wie dort teilweise mit Katzen und anderen Tieren umgegangen wird, ist wohl hinlänglich bekannt. Als sichere, preisgünstige und tierfreundliche Alternative zu den Fellmäusen gelten Sisalmäuse.

Der Laserpointer sollte so eingesetzt werden, dass der Lichtstrahl niemals direkt in das Katzenauge fallen kann. Schwere Augenverletzungen bis hin zur Blindheit können sonst die Folgen sein. Sicherer ist da z.B. eine kleine Taschenlampe, die meistens den gleichen Spielspaß garantiert, wenn der Lichtpunkt hell genug ist.

Eine Katze sollte niemals unbeaufsichtigt mit Schnüren, Bändern und Gummis spielen können! Auch die "Katzenangel" gehört nach dem Spielen wieder sicher beiseite geräumt. Jedes Jahr erhängen oder erwürgen sich zahlreiche Katzen beim Spielen damit!

Gleichermaßen gefährlich ist das Spielen mit normalen Gummibändern: Oft werden sie verschluckt und verursachen lebensbedrohliche Darmverschlüsse. Gleiches gilt für die Zugbänder der "Gelben Säcke", Wolle, Geschenkbänder und das obendrein giftige Lametta!

Ungefährlich, billig und für die Katze trotzdem hochinteressant hingegen sind zum Beispiel zusammengeknülltes Papier, die schon erwähnten Sisalmäuse, Tischtennis-Bälle, mit Katzenminze gefüllte und zusammengedrehte alte Socken oder auch Kunststoff-Verschlusskappen von Wasserflaschen.


2.5 Was kostet mich die Katzenhaltung?

Alles in allem ist eine Katze normalerweise eine sehr erschwingliche Lebensbereicherung. Und für nur wenig mehr kann man sich selber und seiner Katze eine große Freude machen, indem man gleich zwei Tiere hält. Auch Tiere können seelisch vereinsamen. Und als Mensch hat man für nur ein paar Euro mehr im Monat die Freude, seinen glücklichen Tieren beim Spielen, Kuscheln und gegenseitigen Putzen zusehen zu können.


2.5.1 Grundausstattung

Kurz zusammengefasst benötigt man für die Haltung einer Katze Folgendes:

  1. Zwei Futterschüsseln, die rutschfest und leicht zu reinigen sein sollten. Die Preise liegen zwischen 3 und 10 EUR.

  2. Ein billiges Katzenklo - eigentlich eine schlichte, rechteckige Plastikschüssel - bekommt man schon für etwa 9 EUR. Die Preise steigen schnell an, wenn man lieber etwas haben möchte, was in den Farben zur Wohnungseinrichtung passt, oder ein Klo mit Deckel und/oder Filter (bis 50 EUR und mehr).

  3. Einen stabilen Katzentransportkorb. Ab und an muss man mit dem Tier zum TA. Dann die Katze bitte nicht einfach auf dem Arm dahin bringen! Auch das ruhigste und liebste Tier kann sich schnell erschrecken (z.B. durch einen plötzlich bellenden Hund) und versucht dann alles, um zu entkommen. Jedes Jahr gehen so etliche Tiere auf Nimmerwiedersehen verloren! Stabile Körbe aus Kunststoff bekommt man ab ca. 20 EUR. Nach oben gibt es keine Grenzen. Geflochtene Weidenkörbe sehen hübsch aus, sind aber undicht, wenn die Katze hineinpinkelt, lassen sich schlecht reinigen und/oder desinfizieren und sind obendrein nicht immer ausbruchsicher.

  4. Ein Kamm oder eine Bürste sind sehr nützlich. Besonders zu Zeiten des Fellwechsels bewahrt man seine Katze so davor, sehr viele Haare zu verschlucken und sich häufig übergeben zu müssen. Der Preis einer solchen Bürste liegt zwischen 5 und 10 EUR.

  5. Ohne eine Kratzgelegenheit geht gar nichts. Die Preise schwanken von etwa 9 EUR für ein billiges Kratzbrettchen bis hin zu mehreren Tausendern für die Luxusausgabe einer "Kratz- und Spiellandschaft".

  6. Spielzeug nach Wahl (unbedingt Sicherheitshinweise unter 2.4.4 beachten!). Hier variieren die Preise zwischen wenigen Cent und vielen Euro. Nicht immer muss das teuerste Spielzeug das Beste sein. Viele Katzenbesitzer haben schon die leidvolle Erfahrung gemacht, dass teuer bezahltes Spielzeug von der Pelznase völlig ignoriert wurde, ein Pappkarton, ein Flaschenverschluss oder eine alte Zeitung aber stundenlangen Spielspaß bescherte.

2.5.2 Laufende Kosten

Selbst bei so genanntem Premiumfutter belaufen sich die Futterkosten nur auf etwa 50-75 Cent am Tag (siehe 3.2). Leckerchen - bei hoffentlich sparsamem Einsatz (siehe auch 3.5) - kosten etwa 5 EUR im Monat. Auch bei Streu gibt es große Preisspannen, aber für eine Katze muss man mit etwa 20 EUR im Monat rechnen.

2.5.3 Tierarzt

Hat man eine rundum gesunde Katze, muss man nur einmal im Jahr für die Impfungen (siehe 4.3) zum TA. Wird die Katze mal krank, hat einen Unfall oder chronische Beschwerden, kann es schnell ins Geld gehen. Dazu mehr unter 4.11. Eine einfache Untersuchung (Check-Up) des Tieres mit einer Auffrischimpfung gegen Katzenschnupfen und -seuche kostet ca. 25-30 EUR.


2.5.4 Gibt es eine Krankenkasse für Katzen?

Nach dem aktuellen Stand bieten zwei Versicherer (Agila und Ülzener) eine Krankenversicherung für Haustiere an. Die monatlichen Beiträge liegen zwischen 15 und 80 EUR. Die Gegenleistungen sind unterschiedlich: Vom Bezahlen eines gedeckelten Betrages bis hin zum dreifachen Satz der GOT. Meistens ist das Eintrittsalter des Tieres auf fünf Jahre begrenzt.

In der WDR-Sendung ServiceZeit wurden die Versicherungen vor einiger Zeit vorgestellt. Das Fazit war: Es ist meistens sinnvoller, monatlich einen festen Betrag beiseite zu legen. Hierzu kann man z.B. ein Unterkonto anlegen, welches nur für Tierarztkosten genutzt wird. Am Ende hat man meistens ein besseres Ergebnis als bei jeder Versicherung, zumal das Geld auch noch verzinst wird.

Einen Test von Krankenversicherungen für Tiere gab es in der Ausgabe Juni 1997 der Zeitschrift "Finanztest". Die beiden genannten Gesellschaften haben Webseiten: http://www.agila.de/ und http://www.uelzener.de/.


2.6 Katze entlaufen - was tun?

Viele von uns kennen die Situation, wenn Katz verschwindet... sei es, dass ein Freigänger nicht von seiner Tour zurückkommt oder eine bis dahin wohlbehütete Wohnungskatze durch einen dummen Zufall durchs offene Fenster entwischt. Jetzt ist es von Vorteil, wenn Katz tätowiert und/oder mit einem Chip versehen (und natürlich auch registriert!) ist, so dass der Finder sofort weiß: Es handelt sich nicht um einen herrenlosen Streuner. Katzen kann man bei verschiedenen Organisationen registrieren lassen, z.B. bei TASSO (http://www.tiernotruf.org) oder dem Deutschen Tierschutzbund (http://www.tierschutzbund.de/00006.html).

Wohnungskatzen, die noch nie draußen waren, verstecken sich meist in unmittelbarer Nähe. Hier hat es sich bewährt, Futter rauszustellen und vor allem nachts zu suchen und leise zu rufen.

In jedem Fall sollte man mit einem guten Foto der Katze einen Suchzettel fabrizieren und möglichst flächendeckend verteilen. Wenn die Katze bei TASSO (s.o.) registriert wird, sollte gleich ein gutes Foto mitgeschickt werden, denn dann können im Falle eines Falles recht brauchbare Suchplakate angefordert werden. Der erste Anruf sollte dem örtlichen Tierheim gelten, ebenfalls wichtig sind die Tierärzte am Ort. Auch eine Anzeige in der Tageszeitung kann Erfolg bringen. Je mehr Leute von der Suche wissen, desto eher ist mit Erfolg zu rechnen.

Weitere Tipps gibt es unter: http://www.christelw.de/katzen/tierschutz/entlaufen.html und http://www.sabine-brandl.de/katzen.html

Das Wichtigste aber ist: Nicht zu schnell aufgeben. Viele Katzen sind auch noch Wochen und Monate nach ihrem Verschwinden wieder zu Hause aufgetaucht.


2.7 Welche Katze ist für mich geeignet?

Zumeist steht für den Wunsch nach einer Katze zunächst ein Katzenbaby Pate, häufig ein putziges kleines Tierchen aus der Katzenfutter- oder Katzenstreu-Fernsehwerbung. Bevor man sich aber von so verführerischen Bildern zu übereilten Entschlüssen verleiten lässt, sollte man sich ein wenig über das Wesen der Katze an sich sowie über die Eigenarten verschiedener Rassen und Altersstufen informieren - damit die Traumkatze nicht zum Alptraum wird.


2.7.1 Rassekatze oder Mischling?

Über diese Frage entscheidet letztlich der persönliche Geschmack. Im Prinzip sind alle Katzen, ob Edel- oder Feld-Wald-Wiesen-Katze, gleich: wunderbar verschieden, individualistisch, eigensinnig und unberechenbar. Allerdings hat jede Rasse ein paar besondere Eigenheiten, über die man sich vor Anschaffung des Tieres informieren sollte. Zum Beispiel sind Orientalen sehr gesellig (= nicht als Einzelkatze geeignet), gesprächig und menschenfixiert. Langhaarkatzen benötigen intensive Fellpflege. Infos über die charakteristischen Merkmale der einzelnen Rassen gibt's bei den Züchterverbänden oder in entsprechenden Katzenbüchern.

Rassekatzen gibt es nicht nur beim Züchter. Wenn es kein Jungtier sein soll, lohnt sich ein Blick in Tierheime und Katzenschutzhäuser, denn auch Rassekatzen werden ausgesetzt, abgeschoben, zu Scheidungswaisen oder verlieren ihren Menschen durch den Tod.

Wenn man sich an einen Züchter wendet, sollte man darauf achten, dass die Tiere in die Familie integriert sind, also von klein auf an Menschen gewöhnt und zutraulich sind. Ein seriöser Züchter gibt seine Jungkatzen frühestens mit zwölf Wochen ab, händigt dem Käufer den vollständig ausgefüllten Impfpass und die kompletten Papiere der Katze aus. Die Grundimmunisierung ist abgeschlossen, die Tierchen sind entwurmt. Ein guter Züchter gibt bereitwillig Infos über die Art der bisherigen Fütterung sowie Tipps für den richtigen Umgang mit den Kleinen und will eine Menge über das künftige Zuhause seiner Katzenkinder wissen.

In seriösen Züchter-Vereinen ist es verboten, Jungtiere an Tierhandlungen zu verkaufen. Rassekatzen, die in Tierhandlungen verkauft werden, sind meist aus dem Ausland und/oder von Züchtern ohne Vereinszugehörigkeit.

Rassekatzen haben ihren Preis: Welpen gibt es ab ca. 500 EUR, je nach Rasse. Ältere Tiere (aus der Zucht genommene Spätkastraten oder an den Züchter zurückgegebene Tiere) sind deutlich günstiger zu haben. Auch "fehlerhafte" Katzen (falsche Fellfarbe, nicht ganz "typischer" Körperbau etc.) kann man zu Liebhaberpreisen bekommen. Ein Züchter, der hingegen für einen Verzicht auf Stammbäume einen hohen Preisnachlass in Aussicht stellt, ist unseriös, da die von Katzenvereinen eingehobene Stammbaumgebühr sehr gering (ca. 40 EUR) ist. Meist sind solche Züchter wegen Unkorrektheiten aus ihrem Verein ausgeschlossen worden und können deshalb keinen gültigen Stammbaum beibringen.

Mischlinge bekommt man von privat, von Katzenschutzorganisationen, Tierheimen, Tierärzten. Wie sie sich charakterlich und körperlich entwickeln, ist meist nicht abzusehen - es sei denn, man kennt die Elterntiere. Sie stecken also voller - meist positiver - Überraschungen. Bei der Auswahl ist darauf zu achten, dass sie gesund wirken. Sie sollten sauber und munter sein und keine übergroße Ängstlichkeit zeigen. Jungtiere von privat sind häufig noch nicht geimpft und entwurmt - unbedingt erfragen und das neue Familienmitglied baldmöglichst einem TA vorstellen.


2.7.2 Jungtier oder erwachsene Katze?

Das hängt am ehesten von den persönlichen Lebensumständen ab.

Katzenbabys sind süß, drollig, verspielt - und wahnsinnig anstrengend. Sie haben nichts als Unfug im Kopf, machen viel kaputt, haben einen enormen Energieüberschuss und müssen noch eine Menge lernen. Wer die Zeit und die Nerven hat, ein Jungtier aufzuziehen, sollte gleich an die Anschaffung von zwei Katzen denken. Dann hat das Kleine einen Kumpel, mit dem es sich austoben und seine für die Entwicklung nötigen Kampfspielchen exerzieren kann. Das schont die Wohnungseinrichtung, Haut und Nerven des Dosis und macht sehr viel Freude.

Vorsicht mit "Wildlingen" (Jungtiere, die in den ersten Lebenswochen keinen Menschenkontakt hatten); sie sind kaum für Katzenanfänger geeignet.

Ein älteres Tier ist etwas ruhiger, meist schon ein wenig erzogen (weiß i.a. wenigstens, was "nein" heißt). Auch Ex-Tierheimbewohner müssen übrigens nicht psychisch gestört sein. Die meisten leben sich schnell ein, fassen bald Vertrauen und begreifen, dass ihr neuer Versorger es gut mit ihnen meint. Die Geduld, die zu Anfang möglicherweise vonnöten ist, wird meist schnell mit besonderer Anhänglichkeit belohnt.


2.7.3 Wie alt muss die Katze mindestens sein?

Das ideale Abgabealter für junge Katzen liegt bei zwölf bis 16 Wochen. In diesem Alter hat das Kätzchen bereits alles Wesentliche von der Mutter gelernt, vor allem ein normales kätzisches Sozialverhalten. Wer eine junge Katze aus einer Zucht oder das Ergebnis eines "Unfalls" einer gut gehaltenen Hauskatze bei sich aufnehmen möchte, sollte das Tier deshalb frühestens mit zwölf Wochen von der Mutter trennen. Die Entwurmung sowie die notwendigen Grundimmunisierungen werden in diesem Fall noch vor dem Übersiedelungstermin ins neue Heim vorgenommen.

Wenn man sich jedoch für eine kleine Katze entschieden hat, die z.B. in einem Reitstall oder auf einem Bauernhof geboren ist, spielen andere Faktoren als das "richtige" Abgabealter eine Rolle. Hält der Besitzer der Mutterkatze seine Tiere nur als unkastrierte und ungeimpfte Mäusefänger, ist es besser für die Kleinen, sie schon ab fünf bis sechs Wochen zu sich zu nehmen. Ab ca. sechs Wochen haben sie keinen Immunschutz mehr von der Mutter. Deshalb infizieren sie sich fast immer mit Katzenschnupfen oder Schlimmerem.

So junge Tiere aufzuziehen erfordert allerdings Katzenerfahrung - oder die Bereitschaft, sich schnell fundiertes Wissen über Haltung und Aufzucht anzueignen. Wer die Kätzchen trotz der Gesundheitsgefahren lieber erst später von der Mutter trennen will, sollte den ganzen Wurf möglichst inklusive der Mutter dem TA vorstellen sowie die Tiere entwurmen, grundimmunisieren und später auch nachimpfen lassen. Damit ist wenigstens eine grundlegende Gesundheitsvorsorge gesichert.

Trotzdem muss man sich über zweierlei im Klaren sein: Bis zur Übersiedelung dürfte die Futterversorgung der künftigen Familienmitglieder alles andere als optimal sein (dem Halter Geld für gutes Futter zur Verfügung zu stellen garantiert leider nicht, dass die Katzen etwas davon haben), und die Kleinen sind bis dahin allen Gefahren ausgesetzt, denen Freigängerkatzen tagtäglich begegnen (jagende Hunde, Autounfälle etc.).


2.8 Wohin mit der Katze im Urlaub?


2.9 Verhindern Glöckchen die Vogeljagd?

Gelegentlich wird empfohlen, Katzen ein Glöckchen umzubinden, um die Jagd auf Vögel zu stören. Dies ist ist jedoch kritisch zu betrachten: Gesunden, kräftigen Vögeln kann eine Katze kaum gefährlich werden. Nur wenige Vogeljagd-Spezialisten erwischen erfahrene Altvögel, und ausgerechnet diese Spezialisten lernen schnell, sich auch mit Glöckchen lautlos anzupirschen. Zudem ist das permanente nervige Gebimmel beim normalen Herumstromern für das feine Gehör jeder glöckchentragenden Katze eine Quälerei. Für nichts, denn flugunfähigen und noch nicht flüggen Vögeln hilft die Warnung durch das Glöckchen nicht, sie können nicht fliehen. Darüber hinaus kann das Halsband der Katze gefährlich werden: Sie kann sich daran strangulieren, wenn es irgendwo hängenbleibt und sich nicht von allein öffnet oder abstreifen lässt.


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3 ERNÄHRUNG


3.1 Welche Futter gibt es?

Industriell hergestellte Fertigfutter sind als so genannte Nass- oder Trockenfutter erhältlich. Unabhängig davon lassen sich beide Arten in Standardfutter und Premiumfutter unterteilen. Ersteres findet sich in praktisch jedem Lebensmittelgeschäft oder Supermarkt von diversen Herstellern, während Premiumfutter fast ausschließlich über den Tierbedarfsfachhandel vertrieben wird. Daneben sind so genannte Ergänzungsfuttermittel im Handel erhältlich, die entweder aus Inhaltsstoffen bestehen, welche nicht den gesamten Nährstoffbedarf der Katze abdecken (z.B. Futter, die ausschließlich aus Fisch bestehen) oder bestimmte Substanzen erhalten, die Mangelerscheinungen ausgleichen sollen (z.B. Vitaminpräparate). Die Zusammensetzung des Futters wird auf den Verpackungen angeführt. Leider bedienen sich die Hersteller dabei oftmals einer eher schwer verständlichen Ausdrucksweise. Was die Angaben auf den Packungen bedeuten, und wie man anhand dieser Angaben die Qualität des Futters feststellt, wird bei Cats-Country ( http://www.cats-country.de/futteret.htm) erläutert.

Umfassende weiterführende Hinweise zur Katzenernährung:

3.2 Warum sind Premiumfutter so teuer?

Das sind sie eigentlich gar nicht. Premiumfutter werden aus hochwertigen Rohstoffen hergestellt, die aufgrund ihrer besseren Verwertbarkeit in wesentlich geringeren Mengen bereits den Nährstoffbedarf der Katze decken und zur Sättigung führen. Daher reichen wesentlich geringere Mengen zur Fütterung aus, was den Preis pro Mahlzeit deutlich nach unten korrigiert. Man kann sich den Kostenfaktor ähnlich dem zwischen Junkfood und einem exquisiten Menü aus feinsten Zutaten vorstellen.

Rechenbeispiel:

Eine 100 g-Tüte des Futters der Marke W. kostet 39 Cent. Laut Fütterungsempfehlung werden pro Tag 400 g benötigt, also 1,56 EUR. Das höherwertige Futter der Firma I. kostet dagegen 0,79 EUR pro 170 g-Dose. Dieses deckt aber den gesamten Tagesbedarf eines Tieres. Somit fällt der Preisvergleich von 1,56 EUR zu 0,79 EUR zugunsten des Premiumfutters aus.


3.3 Trocken- oder Nassfutter?

Hochwertiges Dosenfutter kostet zwar mehr als ebensolches Trockenfutter, hat aber - wenn es angenommen wird - deutliche Vorteile aufzuweisen. Auch wenn prinzipiell beide Futterarten Harnwegserkrankungen vorbeugen sollen, wird ausschließliche Trockenfutterfütterung nach wie vor als Risikofaktor für Harnsteine genannt. Feuchtfutter ist besser verdaulich und erhöht die Flüssigkeitsaufnahme. Dadurch ist die "Pinkelhäufigkeit" höher, was ein wichtiger Faktor zur Vorsorge vor Harnsteinen ist, weil dabei die Möglichkeit zur Kristallbildung eingeschränkt wird. Bei Trockenfutterfütterung ist darauf zu achten, dass der Katze genügend Trinkwasser bereit steht, um den Flüssigkeitsbedarf zu decken (siehe 3.11) - am besten an verschiedenen Stellen und nicht nur in der Nähe des Futterplatzes. Der Nutzen von Trockenfutter bezüglich der Verhinderung von Zahnstein wird stark überschätzt, schon weil das Gebiss der Katze das Kauen im eigentlichen Sinne nicht ermöglicht.


3.4 Was sollte auf keinen Fall gefüttert werden?

Generell ist für den menschlichen Geschmack zubereitete Nahrung nicht als Katzenfutter geeignet (siehe auch 3.8). Tabu sind schokoladenhaltige Lebensmittel: Schokolade enthält Theobromin, einen Stoff, den die Katze nur so langsam abbauen kann, dass er sich bis zu einer giftigen Dosis anreichern kann. Des weiteren ist nicht jede Sorte Fleisch, vor allem roh, geeignet als Katzennahrung. Rohes Schweinefleisch kann z.B. für den Menschen harmlose Herpesviren enthalten, die bei Katzen die tödliche Aujeszky'sche Krankheit (Pseudowut) hervorrufen. Einige Schinken- und Salamisorten enthalten rohes Schwein und fallen daher ebenfalls unter dieses Verbot. Bei rohem Geflügel besteht die Gefahr von Salmonelleninfektionen, so dass Geflügelfleisch besser durchgegart gefüttert werden sollte. Außerdem kann rohes Fleisch die Erreger der Toxoplasmose enthalten (siehe 4.2.9).

Dass Alkohol auf keinen Fall als Tiernahrung taugt, sollte selbstverständlich sein. Zurückhaltung ist auch bei allen Naschereien und Süßspeisen angebracht. Wozu diese führen, kann mancher Dosi an sich selbst auf der Waage und beim Zahnarzt sehen.

3.5 Leckerchen für die Katze

Wer seine Katze verwöhnen will, wird von einem riesigen Angebot geradezu erschlagen. Bei den zahlreichen im Handel erhältlichen Produkten gilt das Gleiche wie beim Futter: auf die Inhaltsstoffe achten. Auch Leckereien sollten zuckerfrei sein, möglichst wenig Kohlehydrate enthalten und nicht aus allen möglichen Schlachtabfällen bestehen. Gut geeignet sind z.B. einzelne Brocken einer dafür reservierten Trockenfuttersorte, Hefetabletten, frische Krabben, kleine Stückchen milder Käse - alles, was Katz besonders gern mag und aus der Hand fressen kann. Das können sogar kleine Stücke rohen Gemüses sein (z.B. Gurke oder roter Paprika, siehe auch 3.8).

Dabei sollte aber unbedingt beachtet werden, dass auch Leckerchen Energie liefern. Wenn viel nebenbei gegeben wird, müssen die Hauptmahlzeiten entsprechend kleiner ausfallen.


3.6 Katzenfutter selbst gekocht

Nicht nur aus Diätgründen, auch als besonderes Leckerchen, oder weil man selbst bestimmen will, was die Katze serviert bekommt, kann jeder seine Katze auch mit selbst Gekochtem füttern. Soll das Tier dauerhaft so ernährt werden, dann sind bei der Zusammenstellung der Nahrung unbedingt die ernährungsphysiologischen Bedürfnisse der Katze zu berücksichtigen, um einer Mangelernährung vorzubeugen.


3.7 Ist vegetarische Ernährung sinnvoll?

Katzen sind Raubtiere und Fleischfresser. Ihr Gebiss und ihr gesamter Verdauungsapperat sind nicht für die Verarbeitung von Pflanzenkost geeignet. Katzen benötigen Pflanzen nur als Ballaststoffe sowie als Hilfe beim Auswürgen von Haarballen (Katzengras). Im Gegensatz zum Menschen kann die Katze den lebenswichtigen Stoff Taurin nicht selbst herstellen, sondern ist auf tierische Nahrung angewiesen, um die notwendige Menge aufnehmen zu können. Es werden vereinzelt Nahrungsergänzungsmittel zur vegetarischen Ernährung von Katzen angeboten, die den Mangel an Taurin, Arachidonsäure sowie Vitamin A und B12 in vegetarischer Ernährung ausgleichen sollen. Hierbei besteht aber die große Gefahr einer Mangelversorgung oder Überdosierung. Letztlich muss jeder für sich entscheiden, ob seine eigene Moralvorstellung nicht zu einer Qual für das Tier wird.


3.8 Kann ich meiner Katze normale Lebensmittel geben?

Ausprobieren. Fast alles, was Mensch isst und Katz mag, darf sie haben - in geringen Mengen. Tabu sind stark/scharf gewürzte, salzreiche, essig- und zuckerhaltige oder schwer verdauliche Lebensmittel (z.B. Hülsenfrüchte, Kohl), außerdem Süßigkeiten, Schokolade, Alkoholisches, Koffeinhaltiges und rohe Zwiebeln (siehe auch 3.4). Kein Problem sind Milchprodukte (Quark, Joghurt), Reis, Nudeln, Kartoffeln, gedünstete Gemüse, gekochtes Fleisch und gedünsteter Fisch (salzfrei oder wenigstens salzarm gegart).


3.9 Welches ist das Idealgewicht?

Das Idealgewicht einer Katze lässt sich nicht in Kilogramm ausdrücken, da Körperbau, Größe und evtl. Rasse eine entscheidende Rolle spielen. Unter http://www.odo.in-berlin.de/fbmi.html gibt es eine Tabelle, anhand derer man überprüfen kann, ob die eigene Katze Normalgewicht hat oder nicht. Allgemein könnte man sagen: Schlanke Katzen sind gesünder und leben länger. Ob eine Katze schlank ist, kann man sehen. Genaueres ergibt ein Abtasten (Vorsicht bei kitzligen Katzen!): Wenn die Rippen fühlbar sind, ist das Tier nicht zu dick. Sind sie nicht mehr problemlos tastbar, ist Abspecken angesagt (siehe 3.10).


3.10 Sie muss abnehmen! Wie stell ich das an?


3.11 Was soll sie trinken?


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4 GESUNDHEIT


4.1 Was kann ich tun, damit meine Katze gesund bleibt?


4.2 Welche typischen bzw. häufigen Katzenkrankheiten gibt es?

In den folgenden Unterpunkten versuchen wir, einige der verbreiteten Katzenkrankheiten vorzustellen. Beim geringsten Verdacht auf das Vorliegen eines der beschriebenen Symptome empfehlen wir, unbedingt einen TA aufzusuchen.


4.2.1 Katzenseuche (Feline Parvovirose, Panleukopenie)

Die Katzenseuche wird durch das feline Parvovirus ausgelöst und ist eine hochansteckende Infektionserkrankung. Das Virus ist in der Umwelt äußerst widerstandsfähig und findet sich in allen Körpersekreten der Katze. Die Aufnahme des Virus erfolgt über die Mund- und Nasenschleimhäute, wo es sich auch vermehrt.

Die Katzenseuche beginnt bereits drei bis sechs Tage nach einer Infektion mit massiven Störungen des Allgemeinbefindens in Form von sehr hohem Fieber, Erbrechen und Appetitlosigkeit. Danach tritt im Falle einer so genannten perakuten Verlaufsform innerhalb von zwölf bis 36 Stunden der Tod ein. In ihrer so genannten akuten Form stellen sich dann äußerst heftige und blutige Durchfälle ein, bei starker plötzlicher Verringerung der weißen Blutkörperchen (Panleukopenie). Durch den hohen Flüssigkeitsverlust sterben die meisten Tiere an akutem Kreislaufversagen. Trotz intensiver tierärztlicher Betreuung überleben nur wenige Tiere. Die Diagnose der Katzenseuche gelingt über den Nachweis der Parvoviren im Kot.

Zum Glück hat die Katzenseuche heute ihren Schrecken verloren, da es einen wirksamen Impfschutz gibt (siehe 4.3).


4.2.2 Katzenschnupfen

Der Katzenschnupfen ist eine sehr ernsthafte Erkrankung für eine Katze, nicht zu vergleichen mit unserem Schnupfen. Viele unterschiedliche Erreger des Katzenschnupfens sind heute bekannt, wie verschiedene Viren, Mikroben und Bakterien. Die Ansteckungsgefahr ist groß, die Übertragung erfolgt im direkten Kontakt der Tiere.

Bereits wenige Tage nach einer Infektion zeigt sich der Katzenschnupfen in häufigem Niesen, und bald gesellen sich schleimiger Nasenausfluss, kräftiges Speicheln und Tränenfluss dazu. Die Katze hat Fieber um 40°C. Sie atmet zunehmend durch den Mund und verweigert jede Futter- und Flüssigkeitsaufnahme. Wenn die Katze jetzt nicht in tierärztliche Behandlung kommt, können Augenschädigungen bis hin zur Erblindung verbleiben, in seltenen Fällen kann es zum Tod der Katze kommen.

Die Behandlung des Katzenschnupfens richtet sich nach den Symptomen, in jedem Fall muss aber ein Antibiotikum über eine ausreichende Zeit verabreicht werden. Der Besitzer kann die Behandlung unterstützen, indem er die Verklebungen und Verkrustungen der Nasenöffnungen durch feuchte Tücher auflöst und entfernt, damit die Nasenatmung wieder möglich wird. Man muss unbedingt auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr achten, notfalls muss der TA mittels Infusion helfend eingreifen.

Es wird häufig eine chronische Verlaufsform des Katzenschnupfens beobachtet, d.h. es zeigen sich immer wieder in unterschiedlicher Heftigkeit die beschriebenen Krankheitsbilder.

Gegen Katzenschnupfen gibt es Schutzimpfungen (siehe 4.3).


4.2.3 Feline Leukämie ("Leukose")

Das feline Leukämievirus (FeLV) kann eine Vielzahl unterschiedlichster Erkrankungen bei der Katze hervorrufen, wobei Tumore der weißen Blutkörperchen (Leukämie, oder veraltet Leukose) eher selten sind. Häufiger werden Blutarmut, Lymphknotentumore, vom Knochenmark ausgehende Tumore sowie Störungen des Immunsystems und Magen-Darm-Traktes beobachtet.

Die Übertragung erfolgt über den Speichel und den Kot. Da das Virus in der Umwelt nur wenige Minuten überlebensfähig ist, ist zur Übertragung ein enger Kontakt mit anderen Katzen nötig. Die Ansteckungsgefahr nimmt mit der Größe einer Katzenpopulation zu. Die überwiegende Zahl der infizierten Katzen kann das Virus erfolgreich eliminieren, bei einem Teil der Katzen verbleibt es aber im Körper.

Eine Diagnose einer FeLV-Infektion erfolgt durch einen direkten Nachweis des FeLV in einer Blutprobe. Bei positivem Ausgang muss diese Blutuntersuchung nach ein paar Wochen wiederholt werden, erst bei erneutem positiven Ergebnis ist die Diagnose gesichert.

Bei dauerhafter FeLV-Infektion ist keine Heilung im Sinne einer Entfernung der FeLV möglich. Solche Katzen sterben innerhalb von drei bis fünf Jahren an den angeführten FeLV-assoziierten Erkrankungen. In erreger- und stressarmer Umgebung (ausschließliche Wohnungshaltung) haben sie jedoch eine längere Überlebensdauer zu erwarten.

Es gibt eine FeLV-Schutzimpfung mit ausreichendem Impfschutz für Freigänger und Katzen in mittelgroßen Katzenpopulationen (siehe 4.3).


4.2.4 Tollwut

Die Tollwut ist eine Viruserkrankung, die nach dem Tierseuchengesetz (TierSG) meldepflichtig ist. Liegt kein gültiger Impfnachweis vor, kann eine Katze im Verdachtsfall eingeschläfert oder in Quarantäne genommen werden, sofern sie sich in einem Tollwutsperrbezirk aufhielt.

Das Tollwutvirus wird hauptsächlich durch Bisse von infizierten Nagern übertragen, es kann aber auch über die Mundschleimhaut beim Verzehr infizierter Tiere aufgenommen werden.

Achtung! Die Katze kann die Tollwut durch Bisse auf den Menschen übertragen! Das Tollwutvirus verliert im austrocknenden Speichel seine Infektiosität in wenigen Stunden, in ungekühlten Kadavern in etwa einem Tag und in gekühltem Gewebe in mehreren Tagen.

Nach einer Infektion vermehrt sich das Virus zunächst im Muskelgewebe, bevor es über die Nervenbahnen ins Hirn gelangt, wo es sich stark ausbreitet. Das Virus verbreitet sich darüber hinaus in die Augennetzhaut und die Speicheldrüsen.

Nach zehn bis 15 Tagen kommt es zum Ausbruch der Tollwut, die in drei Stadien durchlaufen wird. In den ersten ein bis zwei Tagen kommt es zu auffälligen Verhaltensveränderungen (scheue Tiere werden zutraulich oder umgekehrt), vergrößerten Pupillen und erhöhter Temperatur. Daran anschließend zeigen sich über zwei bis vier Tage hinweg Muskelzuckungen, Koordinationsstörungen der Hinterläufe, Schluckbeschwerden und erhöhte Speichelproduktion sowie ein deutlich aggressives Verhalten. Das letzte Stadium führt innerhalb von ein bis vier Tagen zum Tod durch fortschreitende Lähmung, begleitet von großer Angst.

Man kann die Katze durch eine Tollwutschutzimpfung sehr gut schützen (siehe 4.3).


4.2.5 FIP (Feline infektiöse Peritonitis)

Die feline infektiöse Peritonitis ist eine Infektionserkrankung, die nicht sicher nachgewiesen werden kann, vor der es keinen zuverlässigen Schutz gibt und für die keine Behandlungsmöglichkeiten bekannt sind. Sie führt immer zum Tod der Katze. Am häufigsten erkranken junge Katzen zwischen sechs Monaten und zwei Jahren und ältere Tiere ab 14 Jahren.

Man kennt zwei verschiedene Verlaufsformen, die trockene FIP und die feuchte FIP. Bei letzterer kommt es wegen des entzündeten Bauchfells, Herzbeutels und Brustfells zu massiven Ergüssen in die entsprechenden Körperhöhlen. Dies führt zum typischen "Wasserbauch". Bei der trockenen Form bleiben Flüssigkeitsabsonderungen der entzündeten Organe aus. Allerdings werden auch Mischformen beider Verlaufsformen der FIP beobachtet.

Die Krankheitserscheinungen beim Ausbruch einer feuchten FIP sind vielfältig: Meist verweigert die Katze die Nahrung, magert ab und sieht ganz offensichtlich krank aus. Dann kommt es zu einer starken Zunahme des Bauchumfanges, und Fieber setzt ein. Die trockene FIP wird von weniger klaren Symptomen begleitet: Auch hier treten Appetitlosigkeit und Gewichtsverlust ein. Darüber hinaus beobachtet man häufig Blutarmut, Gelbsucht und manchmal Probleme mit den Augen und dem Nervensystem.

Die Ursachen für FIP sind noch nicht abschließend geklärt. Heute geht man davon aus, dass es zunächst zu einer Infektion mit völlig harmlosen und überall in der Umwelt anzutreffenden felinen enteralen Coronaviren (FECV) kommt. Die überwiegende Mehrheit aller Katzen regiert mit einer funktionierenden Immunantwort. Leider mutieren diese FECV recht häufig, weshalb manchmal mutierte FECV entstehen können, die die gefährliche FIP auslösen können. Diese Viren nennt man dann FIP-Viren. Eine Katze inifziert sich also nicht mit FIPV, sondern mit FECV. FIPV entstehen erst durch Mutation in der Katze.

Seit 1991 ist eine Schutzimpfung gegen FIP namens Primucell® der Firma Pfizer auf den Markt, der direkt in die Nase der Katze geträufelt wird. Der Impfschutz wirkt über Antikörper in den Schleimhäuten der Nase, des Mundes und des Rachens, die die über den Mund und die Nase aufgenommenen FECV noch vor Eintritt in den Körper bekämpfen sollen. Die Wirksamkeit dieser Impfung wird in der Fachwelt allerdings äußerst kontrovers diskutiert. Weitgehend einig ist man sich darüber, dass eine Impfung nur für Katzen zu empfehlen ist, die noch nie Kontakt mit Coronaviren hatten. Aber selbst dann liegt die Schutzwirkung bei deutlich unter 100 Prozent. FIP ist vor allem in größeren Katzenbeständen ein Problem, also in Tierheimen und Katzenzuchten, da dort sehr viel mehr Katzen mit Coronaviren Kontakt hatten, als dies bei Katzen in Einzelhaltung ohne Freigang der Fall ist.

Weitere Details sind der von Michael Grimm geschriebenen Mini-FAQ zu FIP zu entnehmen, die unter http://www.odo.in-berlin.de/mini-FIP-FAQ.html zu finden ist.


4.2.6 FIV ("Katzen-Aids")

FIV steht für "felines Immunschwäche Virus", und die durch dieses Virus verursachte Erkrankung wird in Analogie zu HIV auch "Katzen-Aids" genannt. Es besteht keine Gefährdung des Menschen durch FIV-infizierte Katzen.

Das Virus ist in der Umwelt nur wenige Minuten überlebensfähig, es wird hauptsächlich durch Bisse übertragen. Deshalb unterliegen Freigänger in Gegenden hoher Katzendichte einem erhöhten Risiko, sich in Revierstreitigkeiten mit dem FIV-Virus zu infizieren. Des weiteren kann es zu einer Infektion beim Deckakt kommen, und infizierte Muttertiere können das Virus auf ihre Welpen übertragen. Bei normalen sozialen Kontakten existiert hingegen nur ein sehr geringes Infektionsrisiko.

Eine infizierte Katze bleibt über viele Jahre hinweg gesund, bevor allmählich eine Beeinträchtigung des Immunsystems erkennbar wird: Es häufen sich gesundheitliche Probleme mit unbekannter Ursache, wie häufiges Fieber, Lymphknotenschwellungen, Appetitlosigkeit und Gewichstverlust; aber auch Verhaltenstörungen sind möglich.

Diese Phase der Erkrankung kann von wenigen Monaten bis ein paar Jahre anhalten, bevor ein mit dem menschlichen AIDS vergleichbares Krankheitsstadium ausbricht: Die Katze verliert stark an Gewicht, und die Anzahl der roten und weißen Blutkörperchen sinkt drastisch. Außerdem kommt es vermehrt zu entzündlichen Erkrankungen der Haut, der Mund- und Nasenhöhle sowie zu chronischem Durchfall.

In diesem angeschlagenen Zustand treten vermehrt Infektionen auf. Das Immunsystem der Katze ist so geschädigt, dass es trotz bester tierärztlicher Hilfe unweigerlich zum Tod kommen wird.

Die Diagnose erfolgt über einen Bluttest. Es gibt keine Heilung einer FIV-Infektion, man kann nur die begleitenden Erkrankungen behandeln, und derzeit ist in Deutschland noch keine Schutzimpfung zugelassen (siehe auch 4.3). Die wirksamste Vorbeugung besteht in der Vermeidung der Übertragung von Katze zu Katze.

Ähnlich wie beim Menschen gibt es für Katzen eine antivirale Chemotherapie mit Retrovir(R), die die Lebensqualität der Katze erhöhen und die Lebenserwartung verlängern kann. Diese Therapie bedarf aber einer regelmäßigen Überwachung der Blutwerte, weshalb es abzuwägen gilt, ob man stressanfälligen Tieren die regelmäßigen TA-Besuche zumuten will.

4.2.7 Niereninsuffizienz

Bei Niereninsuffizienz arbeitet ein großer Teil des Nierengewebes nicht mehr richtig. Feststellen kann man sie meist erst, wenn schon mindestens 60-70 Prozent des Filtergewebes der Nieren geschädigt sind. Die Diagnose chronische Niereninsuffizienz (CNI) bedeutet nicht, dass die Katze sofort eingeschläfert werden muss. Da aber bereits ein Großteil der Nieren irreparabel zerstört ist, muss von nun an u.a. die Ernährung umgestellt werden.

Die Nieren sind Filter, die das Blut von Stoffwechselabfällen reinigen, so dass diese über den Urin ausgeschieden werden. Wenn die Filter nicht mehr richtig arbeiten, vergiftet der Körper langsam. Die Auswirkungen sind z.B. Erbrechen, Durchfall, stumpfes Fell, Nickhautvorfall, Unsauberkeit. Bei vielen (nicht allen!) CNI-Katzen wird ein zu hoher Blutdruck festgestellt. Daher werden seit kurzem auch ACE-Hemmer (blutdrucksenkende Mittel) eingesetzt. Bei mangelndem Appetit kann man Vitamin B-Tabletten verabreichen oder Eisen-Vitamin B-Komplex-Injektionen geben lassen. Sollte der Phosphorspiegel im Blut zu hoch sein und/oder die Katze beim besten Willen kein Diätfutter fressen wollen, gibt es Präparate (u.a. Ipakitine), die den Phosphorspiegel senken können. Es empfiehlt sich daher, den behandelnden TA darauf anzusprechen. Auch Infusionen wirken sich positiv aus, denn oftmals sind CNI-kranke Katzen bereits sehr ausgetrocknet. Was genau gemacht wird, hängt auch von den Blutwerten ab.

Am wichtigsten ist es, die Nieren nicht unnötig zu belasten: Der TA wird wahrscheinlich bereits erwähnt haben, dass von jetzt an (ausschließlich, auch keine Leckerchen mehr!) eine Nierendiät gefüttert werden muss. Warum? Eine schwere Belastung für die Katzennieren sind die Stoffwechselprodukte aus pflanzlichen und damit für Katzen minderwertigen Eiweißen. Diese finden sich häufig in Billigfuttern (vgl. 3.1 und 3.2) und müssen von nun an gemieden werden, ebenso wie ein Zuviel an Phosphor, Calcium und Magnesium. Diese (oft unter Rohasche zusammengefassten) Mineralien können die Nieren zusätzlich belasten.

Nierendiäten sind in der Zusammensetzung auf die Bedürfnisse einer Katze mit CNI abgestimmt. Sie sind deshalb die wichtigste Hilfestellung, die man einer CNI-kranken Katze geben kann. Niemals sollte statt der Diät vom TA eine so genannte "Nieren-Schonkost" aus dem Handel gefüttert werden; diese Schonkosten mögen zur Vorbeugung geeignet sein, zur Behandlung aber nicht. Sollte die Katze die Diät nicht akzeptieren, hilft es oft schon, das Futter leicht anzuwärmen.

Katzen mit Niereninsuffizienz können ebenso alt werden wie gesunde Tiere, wenn sie entsprechend behandelt werden: mit richtiger Fütterung, den nötigen Medikamenten und regelmäßigen Checks beim TA.


4.2.8 Diabetes mellitus

Wie der Mensch können auch Katzen an Diabetes mellitus, der "Zuckerkrankheit" erkranken.

Was ist Diabetes?

Das Verdauungssystem spaltet Nahrung auf und wandelt einen Teil davon in Glukose um, die ins Blut aufgenommen wird. Die Zellen des Körpers absorbieren diese Glukose und gewinnen daraus Energie. Insulin ist das Hormon, das den Zellen signalisiert, die Glukose aufzunehmen - fehlt das Insulin, bleibt die Glukose im Blut. In einem gesunden System regt die Aufnahme von Nahrung die Bauchspeicheldrüse dazu an, Insulin auszuschütten. Je mehr Nahrung aufgenommen wird, desto mehr Insulin wird ausgeschüttet. Stark vereinfacht handelt es sich bei Diabetes um eine Erkrankung, bei der die Bauchspeicheldrüse kein Insulin produziert.

Ein Teil des Schadens, den Diabetes im Körper anrichtet, basiert darauf, dass die Glukose im Blut bleibt, aber größtenteils entsteht er dadurch, dass die Zellen wegen des Glukosemangels nicht mehr richtig funktionieren. Der Körper beginnt zu verhungern, weil die Zellen sich nicht erneuern können, wenn ihre Lebenszeit abgelaufen ist.

Die Anzeichen

Diabetes wird manchmal als Resultat eines routinemäßigen Bluttests diagnostiziert, und Katzen, die sehr viel Glück haben, werden behandelt, bevor sich Symptome zeigen. In den meisten Fällen wird die Diagnose jedoch gestellt, weil der Katzenhalter eines oder mehrere der folgenden Hauptmerkmale beobachtet:

Der Diabetiker ist hungrig und nimmt mehr Nahrung auf, verliert aber trotzdem Gewicht. Einige Organe versuchen, das Problem zu korrigieren: Die Nieren beispielsweise reagieren auf das Überangebot an Glukose im Blut, indem sie sie ausfiltern. Sie arbeiten deswegen ständig auf Hochtouren und benötigen dafür eine Menge Wasser. Deshalb ist der Diabetiker ständig durstig und scheidet große Mengen verdünnten Urins mit hohem Zuckergehalt aus. Durch die ständige Überlastung sind die Nieren oft die ersten Organe, die geschädigt werden. Schäden an Augen oder Nerven werden wegen ihrer Auffälligkeit jedoch oft eher wahrgenommen. Wenn bei der Diagnose bereits Schäden festgestellt werden, existiert der Diabetes schon eine ganze Weile und hat ein kritisches Stadium erreicht.

Die Behandlung

Diabetes mellitus ist eine ernst zu nehmende Erkrankung, die unbedingt behandelt werden muss, da sie sonst langsam und zunehmend qualvoll zum Tode führt. Leider raten immer noch manche TÄ davon ab, eine Behandlung auch nur zu versuchen, obwohl die Prognose gut ist, wenn die Blutzuckereinstellung gelingt.

Das Ziel der Behandlung ist, den Blutzucker so unter Kontrolle zu bringen, dass er sich innerhalb (oder nahe) der Normal-Werte bewegt, die bei funktionsfähiger Bauchspeicheldrüse vorlägen.

Bei leichten Formen des Diabetes kann man versuchen, durch eine Nahrungsumstellung auf spezielles Diätfutter eine Besserung und Einstellung zu erreichen. In den meisten Fällen wird man jedoch zweimal täglich zu festen Zeiten Insulin spritzen müssen. Gliptizid-Tabletten wirken bei Katzen praktisch nicht. Sie sollen die verbleibenden Insulin produzierenden Zellen zu verstärkter Arbeit anregen, aber dies ist bei einer degenerativen Krankheit nicht sinnvoll. Für veterinärmedizinische Zwecke ist außerdem die Marktzulassung abgelaufen, so dass sie üblicherweise nicht mehr erhältlich sein sollten. Es könnte aber durchaus ein humanmedizinisches Präparat "umgewidmet" werden (d.h. in diesem Fall für Tiere eingesetzt), da es nichts Vergleichbares gibt. Damit tut man seiner Katze aber keinen Gefallen, auch wenn es zuerst nicht so abschreckend klingt wie zweimal täglich die Spritze.

Am Anfang ist die Behandlung sehr aufwändig, da die richtige Dosis Insulin gefunden werden muss. Das bedeutet häufige Besuche beim TA, Blutentnahmen und damit jedes Mal Stress für die Katze. Obendrein können die Werte verfälscht werden, da bei Katzen durch den Stress der Blutzucker in die Höhe schießen kann. Man sollte in Absprache mit dem TA versuchen, Blutzuckermessungen zu Hause durchzuführen. Dies geht mit einem in der Apotheke erhältlichen Glucometer. Man braucht hierfür nur einen einzigen Tropfen Blut, den man durch einen Stich mit einer Lanzette in die kleine Ader am Ohrenrand gewinnen kann. Dies bedeutet für alle Beteiligten weniger Stress.

Das Spritzen selbst wird vom TA gezeigt und einige Male unter Kontrolle geübt. Es ist nicht sehr schwer, tut dem Tier nicht weh und wird sehr schnell zur täglichen Routine. Wichtig ist es nur, die Zeiten genau einzuhalten, da sonst entweder zu wenig oder zu viel Insulin im Körper ist. Zu wenig ist kurzfristig nicht so schlimm, nur sollte dies nicht zum dauerhaften Zustand werden, da man sonst wieder beim unkontrollierten Diabetes mit allen bereits beschriebenen Folgen anlangt. Gefährlich ist eine Überdosierung, da es hierbei zur Unterzuckerung kommt: Desorientierung, Krämpfe, Koma und u.U. schneller Tod sind die Folgen, wenn nicht eingegriffen wird. In solchen Fällen muss man der Katze schnellstens etwas Traubenzuckerlösung (zur Not tut es auch Honig) auf die Lefzen schmieren, sie gut einpacken und sofort zum (Not-) TA bringen. Dieser Zustand ist akut lebensbedrohlich, und je schneller man etwas unternimmt, desto besser sind die Chancen für die Katze.

Wenn es anfangs auch schwierig aussieht: Im Lauf der Zeit wird die tägliche Insulingabe schnell zur Routine, und eine gut eingestellte Katze mit Diabetes kann noch viele glückliche Jahre erleben. Man sollte nie vergessen, dass man mit den täglichen zwei kleinen Pieksern und der gelegentlichen Blutzuckerkontrolle das Tier nicht quält, sondern ihm im Gegenteil Lebensqualität zurückgibt.


4.2.9 Toxoplasmose

Wir erwarten ein Kind, müssen wir unsere Katze nun abschaffen?

Nein, es müssen nur gewisse Dinge beachtet werden. Toxoplasmen sind Einzeller, Endwirt ist die Katze, jedoch werden auch andere Lebewesen als Zwischenwirte genutzt. In diesem Fall bilden die Toxoplasmen im Fleisch der Zwischenwirte Zysten, in denen sie sich bis zum Erreichen des Endwirtes Katze verkapseln.

Die häufigste Toxoplasmeninfektionsquelle für Menschen ist nicht etwa die Katze, sondern der Verzehr von rohem oder unzureichend gegartem Fleisch (von allen Tieren, darunter fallen auch Rohwürste und Schinken), ebenso von ungewaschenem Obst, Gemüse und Salat. Die meisten Erwachsenen haben sich längst mit Toxoplasmen infiziert und sind daher immun: In Mitteleuropa weisen 60-70 Prozent der Bevölkerung Antikörper (die mütterlichen Antikörper schützen auch das Ungeborene) gegen Toxoplasmen auf. Die Infektion verläuft meist unbemerkt oder mit unspezifischen Merkmalen einer allgemeinen Infektion.

Nur wenn eine Frau keine Antikörper (Frauenarzt nach Blutuntersuchung auf Toxoplasmen-Antikörper fragen!) aufweist, kann eine Toxoplasmeninfektion während der Schwangerschaft ein Risiko für das Ungeborene (Organschäden, Entwicklungsverzögerungen, Früh- und Totgeburten) darstellen. In dem Fall sollte man seine Katze beim TA auf Toxoplasmen-Antikörper testen lassen, denn nur eine frisch infizierte Katze kann die für den Menschen gefährlichen Oozysten über den Kot ausscheiden, der übrigens erst nach einer gewissen Zeit infektiös ist. Wenn der Antikörper-Test der Katze negativ ist, auf keinen Fall rohes Fleisch verfüttern (und natürlich auch selber keines essen!), um nicht doch noch eine Infektion herbeizuführen.

Bei Freigängern, die noch keine Infektion durchgemacht haben, steht man vor dem Problem, dass sie sich z.B. bei der Mäusejagd infizieren können. Das bedeutet: Katze drinnen behalten (sehr schwierig) oder penibel auf die Hygiene achten (häufiges Händewaschen).

Ist der Test der Katze positiv, der eigene aber negativ ausgefallen, sollte frau die Reinigung der Katzentoilette jemand anderem überlassen oder zumindest Handschuhe dabei tragen. Nach Gartenarbeit (Kot der Nachbarskatzen!), Katzentoilettenreinigung und intensivem Schmusen (Kotreste im Fell -> Schmierinfektion) die Hände sorgfältig waschen, Salat, Obst und Gemüse nicht ungewaschen essen (auch Schnecken und Insekten können Toxoplasmenträger sein) und natürlich rohe und halbgare Fleisch- und Wurstwaren meiden. Wer diese Vorsichtsmaßnahmen beachtet, darf auch während der Schwangerschaft Freude an seinem Fellbüschel haben.

Weiterführendes zum Thema: http://www.laboklin.de/de/service/rat_tat/rt_toxop.htm


4.3 Wogegen kann und soll geimpft werden?

Katzenseuche (siehe 4.2.1)

Grundimmunisierung: nach Angabe der Impfstoffhersteller ab der 8. bis 9. Lebenswoche, Auffrischung nach 3 bis 4 Wochen, danach einmal jährlich. Hier rät der bpt (Bundesverband praktizierender Tierärzte) in seinen Impfempfehlungen von 2006 ein abgeändertes Vorgehen, sofern die Katze vor der 12. Lebenswoche erstmals geimpft wird und gibt zu einer besseren Immunitätslage zwei Wiederholungsimpfungen je im Abstand von 3 bis 4 Wochen an. Bei älteren Tieren (über 12 Lebenswochen) entfällt diese und verbleibt das übliche Schema - Erstimpfung, Wiederholung nach 4 Wochen und nach einem Jahr. Danach werden Intervalle von 3 Jahren als ausreichend angegeben.

Notwendig für: Alle Katzen, auch wenn sie weder Freigang noch Kontakt zu fremden Katzen haben. Die Erreger sind äußerst widerstandsfähig und werden vom Menschen in die Wohnung eingeschleppt.

Katzenschnupfen (siehe 4.2.2)

Grundimmunisierung: nach Angabe der Impfstoffhersteller ab der 8. bis 9. Lebenswoche, Auffrischung nach 3 bis 4 Wochen, danach einmal jährlich. Auch hier rät der bpt (Bundesverband praktizierender Tierärzte) in seinen Impfempfehlungen von 2006 ein abgeändertes Vorgehen, sofern die Katze vor der 12. Lebenswoche erstmals geimpft wird und gibt zu einer besseren Immunitätslage zwei Wiederholungsimpfungen je im Abstand von 3 bis 4 Wochen an. Bei älteren Tieren (über 12 Lebenswochen) entfällt diese und verbleibt das übliche Schema - Erstimpfung, Wiederholung nach 4 Wochen und nach einem Jahr. Danach seien Auffrischungen im Abstand von 2 Jahren für die Rhinotracheitis- und Calici-Virus-Komponente ausreichend.

Notwendig für: Alle Katzen, Katzenschnupfen kann sehr schnell chronisch werden. Probleme: Es gibt inzwischen Resistenzen, so dass immer häufiger auch geimpfte Tiere an Katzenschnupfen erkranken. Zudem wird diese Erkrankung durch verschiedene Erreger ausgelöst: vor allem Caliciviren und Chlamydien. Chlamydien stellen derzeit nur ein Problem in größeren Beständen, also in Zuchten und Tierheimen, dar. In Ein- oder Zwei-Katzen-Haushalten braucht nicht unbedingt gegen Chlamydien geimpft zu werden. Wer trotzdem dagegen impfen lassen möchte, kann auf einen Kombiimpfstoff gegen beide Erreger zurückgreifen.

Feline Leukämie ("Leukose", siehe 4.2.3)

Grundimmunisierung: Ab der zwölften Lebenswoche erste Impfung, zwei Wochen später zweite Impfung. Danach jährliche Auffrischung. Geimpft werden sollten nur FeLV-negative Tiere. Vor der ersten Impfung muss also ein Bluttest gemacht werden. Notwendig für: Freigänger und Katzen, die in größeren Gruppen leben. Wohnungskatzen, die allein oder zu zweit gehalten werden und garantiert nicht in Kontakt mit fremden Katzen kommen, brauchen nicht gegen Feline Leukämie geimpft zu werden. Probleme: Die Impfung bzw. die Trägersubstanz des Impfstoffes (Adjuvans) steht im Verdacht, bei älteren Katzen sehr aggressive Tumoren auszulösen - das so genannte impfinduzierte Fibrosarkom. Das Risiko scheint mit der Häufigkeit der durchgeführten Impfungen, der Anzahl verschiedener Impfungen an einer Impfstelle und dem Lebensalter des geimpften Tieres zu steigen. Da ältere Katzen anscheinend einen höheren Eigenschutz aufweisen und der Impfschutz ohnehin länger als ein Jahr anzuhalten scheint, empfehlen manche TÄ, die Impfung nicht jährlich, sondern nur alle zwei bis drei Jahre zu wiederholen und ab dem siebten Lebensjahr gar nicht mehr durchzuführen. Unabhängig davon sollte auf keinen Fall im Nacken, sondern auf den hinteren Oberschenkeln geimpft werden, weil dort ein evtl. auftretendes Fibrosarkom wesentlich erfolgversprechender operiert werden kann. Außerdem sollte die Leukose-Impfstelle nicht für andere Impfungen genutzt werden (Empfehlung: hinten links).

Tollwut (siehe 4.2.4)

Grundimmunisierung: ab der 12. Lebenswoche. Nach der Änderung der Tollwutverordnung am 20.12.2005 gelten für Deutschland (und für Reisen innerhalb Europas) die von den Impfstoff- herstellern genannten Wiederholungsimpftermine, die Intervalle von bis zu 4 Jahren vorgeben - in den meisten Fällen wird dort eine einmalige Impfung zu Beginn als ausreichend angegeben.

Dagegen jedoch rät die Ständige Impfkommission im bpt (Bundesverband praktizierender Tierärzte) in ihren Empfehlungen vom Juli 2006 zugunsten einer besseren Immunlage zu einer Wiederholungsimpfung nach 4 Wochen und einer weiteren nach einem Jahr, ehe auf das vorgegebene Schema der Impfstoffhersteller zurück gegriffen wird.

Notwendig für: Freigänger und Wohnungskatzen mit Kontakt zu Freigängern. Diese tödliche Virus-Infektion ist auf Menschen übertragbar. Gerät eine Katze ohne nachgewiesenen Impfschutz (Impfpass) unter Tollwutverdacht, kann sie getötet werden. Probleme: Auch die Tollwut-Impfung steht unter Verdacht, das impfinduzierte Fibrosarkom auszulösen. Da sie jährlich wiederholt werden muss, kann man nur eines tun, um das Risiko gering zu halten: Immer auf den hinteren Oberschenkeln impfen (Empfehlung: hinten rechts).

Feline infektiöse Peritonitis (FIP, siehe 4.2.5)

Erste Impfung frühestens ab der 17. Lebenswoche, danach jährlich. Notwendig für: Ein halbwegs wirksamer Schutz konnte bisher nur bei FCoV-negativ getesteten Jungtieren nachgewiesen werden. Bei älteren und/oder FCoV-positiven Tieren macht die Impfung keinen Sinn.

FIV ("Katzen-Aids", siehe 4.2.6)

In Europa gab es bisher keine wirksame Schutzimpfung. Im März 2002 hat jedoch die FDA (US-amerikanische Gesundheitsbehörde) die kommerzielle Produktion des ersten Katzen-Aids-Impfstoffes genehmigt. Er soll in den USA bereits im Sommer 2002 für Tierärzte verfügbar sein. Laut den Entwicklern Niels Pederson und Janet Yamamoto haben Studien nachweislich die Wirkung des Impfstoffes bestätigt: 67 Prozent der geimpften Katzen blieben gesund, als sie ein Jahr nach der Impfung infiziert wurden, verglichen mit 26 Prozent bei ungeimpften Katzen.

Weiterführende Informationen zur Impfproblematik finden sich unter http://www.barfers.de/cats/katzen_impfungen.htm und http://www.rassekatzen-stuttgart.de/html/fibrosarkomen.html


4.4 Was sind typische Krankheitssymptome? Worauf deuten sie hin?

Im Folgenden sind die wichtigsten Symptome und die Krankheiten aufgelistet, auf die sie am ehesten hindeuten können. In jedem Fall gilt: Lieber einmal "zu oft" zum TA, um abklären zu lassen, was genau hinter einem Symptom steckt, als einmal zu wenig! Diese Liste ist nicht vollständig. Sie zeigt nur einige Möglichkeiten auf, die zutreffen können.


4.4.1 Erbrechen

Man sollte zwei Arten von Erbrechen unterscheiden:

Zum einen das physiologische, also normale Erbrechen, bei welchem die Katze Haare z.B. in Verbindung mit Gras erbricht; zum anderen das krankhafte Erbrechen. Teilweise sind die Übergänge fließend, z.B. kann auch häufiges Fressen von Gras mit danach folgendem Erbrechen mit Schleim auf eine Erkrankung hindeuten.

Krankhaftes Erbrechen kann sich sowohl in Leererbrechen mit oder ohne Schleim als auch in Erbrechen von Futter äußern.

Beide Arten von Erbrechen sind häufig begleitet von Übelkeitsgefühlen, die sich in Form von Schmatzen, vermehrtem Speicheln und/oder evtl. Unruhe äußern.

Die Ursachen sind vielfältig: Magenschleimhautreizung oder -entzündung, Verstopfung (siehe auch 4.4.2), verschluckte Fremdkörper (siehe auch 6.11), Tumoren, Probleme mit Bauchspeicheldrüse, Leber oder Niere, massiver Spulwurmbefall, Vergiftungen und nicht zuletzt Futtermittelunverträglichkeiten. Im Zweifelsfalle, v.a. bei täglichem oder sehr häufigem Erbrechen und bei schlechtem Allgemeinbefinden also immer zum TA.

Zur Selbsthilfe siehe 4.4.2 (Fastenzeit, Diät).

Als eher harmlos zu deuten ist das nicht selten vorkommende Erbrechen nach Aufnahme großer Mengen an Trockenfutter. Es quillt im Magen auf, dieser signalisiert Überfüllung, und das Futter kommt kurzerhand retour. Mitunter wird auch Feuchtfutter zu hastig verschlungen und wieder erbrochen.

Abhilfe schafft eine Portionierung des Futters. Zu langsamerem Fressen können auch ein oder mehrere große Steine im Futternapf animieren, um die herumgefressen werden muss. Die Steine sollten aber so groß sein, dass sie nicht verschluckt werden. Unter Umständen hat die Katze auch nicht genügend Ruhe beim Fressen, fühlt sich z.B. durch Mitkatzen gestört. In dem Fall sollte man getrennt füttern.

Hält das Erbrechen weiter an, sollten organische Ursachen abgeklärt werden.


4.4.2 Durchfall

Wenn die Katze mehrmals täglich breiigen oder wässrigen Kot mit oder ohne Blut und/oder Schleim absetzt, können verschiedene Ursachen dahinter stecken: Wurmbefall (dabei können sich Durchfälle mit normal geformtem Kot abwechseln), Gärungsprozesse im Darm (Blähungen), virale, bakterielle oder parasitäre Infektionen, Hormon- und Stoffwechselstörungen (z.B. Schilddrüsenüberfunktion), Futtermittelunverträglichkeiten bzw. Allergien, Tumoren, Probleme mit der Bauchspeicheldrüse und/oder der Leber und nicht zuletzt, wenn auch selten, Vergiftungen.

Als Grundregel gilt: Auf jeden Fall den TA konsultieren, wenn der Durchfall länger als zwei Tage anhält, wässrig ist, viel Blut abgesondert wird, das Allgemeinbefinden schlecht ist oder es sich um einen Katzenwelpen handelt! Anhaltender Durchfall führt durch Wasser- und Nährstoffverlust zu Austrocknung sowie Abmagerung und kann Elektrolytverschiebungen im Blut bewirken.

Als erste Maßnahme bei erwachsenen Katzen, die sich ansonsten ungestört verhalten, sollte 24 Stunden nicht gefüttert werden, um den Magen-Darm-Trakt zu entlasten. Danach entweder eine selbst gekochte Diät oder eine beim TA erhältliche Schonkost füttern, damit die angeschlagenen Darmwände geschont werden. Handelsübliches Futter ist nicht geeignet, da die Darmwände jetzt durchlässiger sind, so dass größere Moleküle in die Blutbahn übertreten, vom Immunsystem als fremd erkannt werden und eine Futtermittelallergie auslösen können. Wichtig über die ganze Zeit ist, dass die Katze genügend trinkt! Dazu kann man neben Wasser auch Kamillen- oder verdünnten Schwarztee anbieten, wenn die Katze dies mag. Die Diät bzw. Schonkost sollte mindestens drei bis vier Tage lang gegeben werden, auch wenn der Durchfall bereits abgeklungen ist. Und zwar in möglichst kleinen, aber häufigen Portionen, um Magen und Darm nach dem Futterentzug langsam wieder an Nahrung zu gewöhnen und nicht gleich wieder zu überlasten.


4.4.3 Verstopfung

Setzt eine Katze seit mindestens einem Tag bei eigentlich gutem Fressverhalten keinen Kot ab, spricht man bereits von Verstopfung. Diese sollte so bald wie möglich behandelt werden, da sie zu einer lebensbedrohlichen Situation führen kann!

Mögliche Ursachen: Darmträgheit bei eher faulen Katzen, Darmverschluss durch Fremdkörper, Würmer, Tumoren oder Darmverschlingungen, Störungen im Nervensystem z.B. nach Unfällen oder Störungen des Stoffwechsels bzw. Hormonhaushaltes.

I.d.R. äußert sich eine Verstopfung neben dem Nichtabsetzen von Kot in Abnahme der Futteraufnahme bis hin zu Futterverweigerung, häufigem Leererbrechen und einem verhärteten Bauch, der auch schmerzhaft sein kann. In vielen Fällen wird sich die Katze lustlos zeigen.

Durch den im Darm liegenbleibenden Kot und seine Giftstoffe kann sich eine Vergiftung entwickeln; ferner kommt es zu einer Darmerweiterung, evtl. auch zu einer Schädigung des darmeigenen Nervensystems. Bekannt in diesem Zusammenhang ist das Megacolon, bei dem aus noch weitgehend ungeklärten Ursachen der Dickdarm dauerhaft erweitert ist. Hier ist u.U. lebenslang immer wieder mit Verstopfungen zu rechnen, eine Operation ist möglich. Befinden sich Fremdkörper im Darm, hängen die möglichen Folgen von der Art des Fremdkörpers ab: Spitze können den Darm durchbohren, was eine schwere Bauchfellentzündung mit Fieber nach sich zieht, stumpfe können die Darmpassage blockieren. In beiden Fällen kann eine Operation nötig werden.

Handelt es sich um eine reine Verstopfung, also eine Kotansammlung meist im Dickdarm, wird zunächst abgeführt: Die Katze bekommt einen Einlauf durch den After, um ihr die Entleerung zu vereinfachen. Wenn die mangelnde Wasseraufnahme im Darm bereits zur Austrocknung geführt hat, wird der TA eine Infusion von Elektrolyten unter die Haut vornehmen, gegebenenfalls auch röntgen, um nach möglichen Ursachen zu forschen. In den nächsten Tagen muss der Katze z.B. Laktulose oder auch Milch bzw. Milchzucker verabreicht werden, damit der Kot weich bleibt. In Absprache mit dem TA kann der Katzenhalter selbst einen Einlauf mit Klistieren für Säuglinge, z.B. Mikroklist, durchführen.


4.4.4 Schmerzen beim Wasserlassen

Schmerzen beim Wasserlassen äußern sich i.d.R. durch häufige Toilettengänge mit Lautäußerungen bis hin zum Schreien und geradezu zwanghaftes Absetzen nur kleiner Urinmengen. Evtl. wird die Katze auch unsauber. Bei diesen Symptomen ist Vorsicht angezeigt, und es sollte so schnell wie möglich durch einen TA nach der Ursache geforscht werden. In Frage kommen v.a. Blasenentzündungen und Harngrieß oder Harnsteine (Urolithiasis, siehe 4.4.5 und 4.4.6).

Als Komplikation können vorwiegend Folgen für die Nieren durch aufsteigende Entzündungen bzw. durch einen möglichen Harnrückstau in das Nierenbecken auftreten, schnelles Handeln und Behandeln ist also erforderlich!

Bei einer Urolithiasis ist es u.U. notwendig, eine dauerhafte Futterumstellung (Diätfutter, nur beim TA erhältlich, siehe auch 3.10) vorzunehmen, da der Urin dabei häufig zu alkalisch ist. Beim TA gibt es auch diverse Mittel zur Senkung des pH-Wertes (Säuerung) des Urins (Paste, Pulver, Tabletten). Für genügende Wasseraufnahme ist in jedem Fall zu sorgen (siehe auch 3.11).


4.4.5 Blut im Urin

Für Blut im Urin gilt das Gleiche wie unter 4.4.4: Ursachenforschung!

Neben Entzündungen und Harngrieß/-steinen kann die Ursache v.a. bei älteren Katzen auch ein Tumor der Blase sein; eine Ultraschalluntersuchung ist hierbei zur Diagnosestellung hilfreich. Eher selten: Vergiftungen.


4.4.6 Harnverhalten

Harnverhalten ist ein Symptom, das dringender Aufklärung bedarf, da durch den zurückgehaltenen Harn zum einen Nierenschäden auftreten können, zum anderen der im Urin enthaltene Harnstoff in das Blut übertritt und den Organismus regelrecht vergiften kann. Übelkeit, Brechreiz, Futter- und Wasserverweigerung sowie schlechtes Allgemeinbefinden sind die Folgen.

Die Ursachen liegen i.d.R. entweder in einem teilweisen bis vollständigem Verschluss der ableitenden Harnwege durch z.B. Entzündungen, Harngrieß bzw. -steinbildung, Tumoren oder in einer Störung der Nervenfunktion der Blase. Diese Störung kann durch ein Trauma bedingt sein, also eine Verletzung der Nerven. Man kennt bei der Katze aber auch eine - mit Behandlung vorübergehende - Lähmung unbekannter Ursache, die auch nach Operationen bzw. Narkosen auftreten kann.

In nahezu jedem Fall wird über einen Blasenkatheter Urin abgelassen und/oder ein entkrampfendes Mittel gespritzt. Die weitere Behandlung richtet sich nach der Ursache. Siehe auch FUS.


4.4.7 Sehr häufiges Wasserlassen

Häufiges Wasserlassen mit Produktion von insgesamt viel Urin ist i.d.R. ein Zeichen schwererer Erkrankungen, allen voran Erkrankungen der Nieren (siehe 4.2.7) und Diabetes mellitus ("Zuckerkrankheit", siehe 4.2.8). Sie alle gehen mit starkem Durst sowie vermehrter Wasseraufnahme einher und führen schnell zu einer Austrocknung.

Sehr selten liegt die Ursache in einer Störung der Nebennierenrinde (Morbus Cushing bzw. Cushing-Syndrom) bzw. der übergeordneten Schaltstellen im Gehirn (Morbus Cushing; Morbus Addison). Diese, wie auch die vorgenannten Erkrankungen, gehören unbedingt in tierärztliche Behandlung.

Bei häufigem Wasserlassen immer nur kleiner Mengen siehe 4.4.4.


4.4.8 Schlittenfahren

Wenn eine Katze auf etwas seltsame Weise ihren Hintern über den Boden zieht, wird dieses Rutschen oft als "Schlittenfahren" bezeichnet. Es zeigt gewöhnlich an, dass das Tier unter einem heftigen Juckreiz am After leidet. Dieser ist fast immer einem von zwei Gründen zuzuordnen: Wurmbefall (siehe 4.5.4) oder Probleme mit den Analbeuteln.

Hinterlässt die Katze beim Schlittenfahren eine bräunliche, unangenehm, aber nicht nach Kot riechende Spur, dann hat sie vermutlich Probleme mit den Analbeuteln. Rechts und links neben dem After sitzen zwei Drüsen, die einen Geruchsstoff produzieren. Dieser wird in den Analbeuteln gesammelt und beim Koten abgegeben. Verunreinigungen oder erbliche Veranlagung können dazu führen, dass sich die Beutel nicht regelmäßig entleeren. Der dadurch entstehende Stau ist für die Katze sehr unangenehm, da er Druckschmerz und Juckreiz verursacht. Durch das Schlittenfahren versucht sie sich Erleichterung zu verschaffen. Wird ein solches Verhalten beobachtet, sollte unbedingt ein Besuch beim TA erfolgen. Ohne vollständige manuelle Entleerung und anschließende Kontrolle kann es zu schweren Entzündungen kommen. Als Warnung sei angemerkt, dass der tierärztliche Eingriff kurzfristig schmerzhaft sein kann und das Tier nicht gerade erfreut darauf reagiert. So manche normalerweise ganz liebe Schmusekatze hat dabei schon das Personal der TA-Praxis demoliert...


4.4.9 Appetitlosigkeit

Appetitlosigkeit kann durch sehr viele sehr unterschiedliche Erkrankungen ausgelöst werden. Sie ist oft das erste Anzeichen dafür, dass es der Katze nicht gut geht - also in jedem Fall abklären lassen! Als Appetitlosigkeit bezeichnet man völlige Futterverweigerung, "Mäkelei" (wenn z.B. die Katze über einen längeren Zeitraum die aufgenommene Futtermenge immer weiter reduziert oder nur noch mit besonders leckeren Dingen zum Fressen zu überreden ist) oder auch erkennbaren Hunger, der einfach nicht gestillt wird (wenn sie z.B. fressen möchte, es aber aufgrund von Schmerzen oder weil sie ihr Futter nicht riechen kann, sein lässt).

Häufig bestehen Probleme in der Maulhöhle: Zahnstein, Zahnfleisch- oder Rachenentzündung, abgebrochene und/oder entzündete Zähne, Geschwüre (siehe auch 4.4.11), Verletzungen, seltener Tumoren können schuld sein. Oder im Verdauungstrakt: Magen- oder Darmschleimhautentzündungen, Verstopfung oder Fremdkörper (siehe auch 4.4.3), Tumoren, seltener Vergiftungen. Auch bei schwereren Erkrankungen tritt Appetitlosigkeit ein: Nierenerkrankungen (siehe 4.2.7), Diabetes mellitus (siehe 4.2.8), Erkrankungen von Leber, Bauchspeicheldrüse oder Herz, Infektionen aller Art (vom einfachen Schnupfen bis hin zur tödlich endenden FIP, siehe 4.2.5). Auch schlechtes Allgemeinbefinden (Fieber, Schmerzen) kann der Grund sein.

Wichtig ist - neben einem alsbaldigen TA-Besuch -, der Katze das Futter möglichst schmackhaft zu machen, sei es durch Anwärmen oder Zerkleinern. Nötigenfalls kann auch auf "Leckerchen" und/oder zur normalen Ernährung eher wenig geeignete Lebensmittel wie Käse, Wurst o.ä. ausgewichen werden. In Absprache mit dem TA kann auch eine Zwangsernährung nötig sein, denn bei Katzen führt eine längere Nahrungsabstinenz durch Abbau körpereigenen Fettgewebes zu einer übermäßigen Anflutung von Fettsäuren in der Leber. Da diese nicht adäquat verarbeitet werden können, kommt es zum Fettleber-Syndrom, das - je nach Grad der Leberschädigung - tödlich enden kann.


4.4.10 Starker Durst

Trinkt die Katze plötzlich oder schleichend wesentlich mehr als vorher, ist ein TA-Besuch dringend angeraten. Sehr häufig liegen Nierenerkrankungen (siehe 4.2.7) oder ein Diabetes mellitus vor (siehe 4.2.8). Nur selten liegt die Ursache in einem Diabetes insipidus.

Keinesfalls sollte das Wasser rationiert werden, da durch das vermehrte Trinken i.d.R. ein Flüssigkeitsverlust über den Urin ausgeglichen wird. Bekommt die Katze jetzt weniger zu trinken, droht sie sehr schnell auszutrocknen!


4.4.11 Mundgeruch

Fällt ein vorher nicht dagewesener Geruch aus der Maulhöhle auf, sollte ein TA konsultiert werden.

Als Ursachen kommen Probleme in der Maulhöhle (Zahnstein, Zahnfleisch- und Mundschleimhautentzündungen, Karies), Entzündungen im Bereich der Speiseröhre oder der Magenschleimhaut (evtl. nach einer Verletzung durch einen möglicherweise verschluckten Fremdkörper) in Frage. Bei diesen Erkrankungen nimmt man i.d.R. einen unangenehm-fauligen Geruch wahr.

Bei Nierenfunktionsstörungen (siehe 4.2.7) fällt häufig und leider meist erst im Endstadium durch eine Absonderung von Ammoniak über die oberen Verdauungswege ein stechend-scharfer Geruch auf, während bei einem Diabetes mellitus (siehe 4.2.8) in einem ebenfalls fortgeschrittenen Stadium ein eher süßlich-scharfer Geruch auftritt.


4.4.12 Niesen, Schnupfen

Niest eine Katze mehrere Tage hintereinander mehrmals täglich, liegt die Ursache in den häufigsten Fällen in einer Infektion (siehe auch 4.2.2). Hierbei unterscheidet man Virusinfektionen mit klarem, meist wässrigem Sekret und bakterielle Infektionen mit gelblich-grünem, meist zähem Sekret. Erstere bilden i.d.R. durch Abwehrschwächung die Grundlage für zweitere. Beide können mit einer Allgemeinerkrankung einhergehen, so dass ein TA-Besuch angezeigt ist, bevor sich Schlimmeres entwickeln kann.

Seltener ist die Ursache eine Allergie (siehe 4.7.3), Tumoren oder Fremdkörper im Nasen-Rachenraum (sehr beliebt: Grashalme).

Liegt eine Infektion vor, sollte die Katze in jedem Fall warm gehalten werden. In Absprache mit dem TA kommen bei einer verstopften Nase auch Inhalationen (Vorsicht bei ätherischen Ölen, siehe 4.9.2; am besten geeignet erscheint Kamillentee), Nasentropfen für Säuglinge (nicht länger als sieben Tage!) oder Schleimlöser als unterstützende Maßnahme in Frage. Katzen sind, was das Futter angeht, stark auf ihren Geruchssinn angewiesen; deshalb muss auf regelmäßige Futteraufnahme geachtet werden (siehe auch 4.4.9).

Besondere Vorsicht ist bei jungen Katzen geboten aufgrund des Katzenschnupfenkomplexes (siehe 4.2.2). Dieser stellt eine schwere Erkrankung dar, die zwingend tierärztlich behandelt werden muss!


4.4.13 Husten

Hat eine Katze häufig Husten mit oder ohne Auswurf, sollte die Ursache möglichst rasch abgeklärt werden. Dabei sollte man darauf achten, in welchen Situationen dieses Symptom bevorzugt auftritt.

Meist liegen Infektionen im Bereich des Kehlkopfes bzw. der Luftröhre oder Lunge vor. Recht häufig spielen aber auch Allergien (siehe 4.7.3) oder Fremdkörper im Bereich der Atemwege oder der Speiseröhre eine Rolle. Darüber hinaus kann Husten ein erstes Anzeichen einer Herzerkrankung sein, die schnellstmöglich entsprechend behandelt werden sollte.


4.4.14 Verklebte Augen

Ein- oder beidseitig verklebte Augen enstehen durch eine i.d.R. übermäßige Absonderung von veränderter Tränenflüssigkeit. Meist geht damit ein Anschwellen und eine Rötung der Bindehäute einher. Werden die Augen zusammengekniffen, deutet das auf Schmerzen hin. Die häufigsten Ursachen sind Infektionen, wobei meist beidseitiger Ausfluss mit Bindehautentzündung und Schmerzen auftritt. Ferner kommen vor allem bei einseitigem Ausfluss Fremdkörper (Getreidegrannen u.ä.) in Frage.

In jedem Fall sollte schnell der TA aufgesucht werden, da sowohl Fremdkörper als auch Infektionen zu einer Schädigung der Hornhaut führen können. Mitunter kann sich eine Infektion auch tiefer in das Auge fortpflanzen, so dass die Sehfähigkeit beeinträchtigt werden kann.

Bei Veränderungen im Inneren des Auges, insbesondere Trübung, Gerinnseln oder Flocken in der vorderen Augenkammer, aber auch bei dauerhafter Weit- oder Engstellung der Pupille sollte schnellstmöglich ein TA aufgesucht werden!

Bitte unterlasst jede selbsttätige Verabreichung von Augensalben oder -tropfen! Sie können je nach Erkrankung des Auges kontraindiziert sein und die Sache eher noch verschlimmern. Bitte auch keine Salben oder Tropfen anwenden, die noch von einer eventuellen früheren Behandlung im Schrank liegen: Medikamente, die ins Auge eingebracht werden, dürfen längstens sechs Wochen nach Anbruch verwendet werden (Verkeimungsgefahr!). Auch Kamillentee hat nichts im Auge zu suchen, obwohl es als "altes Hausmittel" gilt. Die darin enthaltenen Schwebeteilchen können die Augenbindehäute zusätzlich reizen; ferner steht Kamillentee im Verdacht, am Auge allergische Reaktionen hervorzurufen.

Einzig zu empfehlen als Erste-Hilfe-Maßnahme bei stark verklebten Augen ist das Entfernen der Krusten mit einem in lauwarmem Wasser oder einer speziell dafür gedachten Lösung (z.B. Camillosan aus der Apotheke) getränkten weichen, nicht fusselnden Läppchen. Das ersetzt allerdings nicht den Gang zum TA!


4.4.15 Häufiges, heftiges Kratzen

Juckreiz bei Katzen führt zu vermehrtem Kratzen, aber auch Beißen und hastigem Lecken an den betroffenen Körperstellen bis hin zur Verletzung der Haut (erkennbar an Krusten) und Ausriss oder -fall der Haare. In einigen Fällen fühlen sich die Katzen durch den Juckreiz so belästigt, dass das Allgemeinbefinden leidet und sie schlecht fressen.

Die häufigsten Ursachen sind Parasiten, insbesondere Flöhe (siehe 4.5.1), aber auch Grasmilben (sitzen meist an den Pfoten und im Kopfbereich), O